Basketball : Elephants am Scheideweg

Bis Weihnachten muss Trainer Heimo Förster beim Basketball-Regionalligisten wichtige Personalentscheidungen treffen. Davon hängt auch ab, mit welcher Intensität die Grevenbroicher das Projekt "Aufstieg 2013" verfolgen.

Nach elf Spielen trennen die Regionalliga-Basketballer der NEW Energie Elephants sechs Punkte von den Bochum AstroStars an der Tabellenspitze. Das ist nicht weiter schlimm, denn das im Frühjahr aufgelegte "Projekt 2013" zielt ja ausdrücklich nicht auf den sofortigen Aufstieg ab. Spätestens im Jahr 2013 wollen die Grevenbroicher im sportlichen, aber vor allem im finanziellen Bereich die Grundlagen für eine Rückkehr in die Zweite Bundesliga (Pro B) gelegt haben.

Zum Erfolg sind die Basketballer aus der Schloss-Stadt freilich schon jetzt verdammt. Denn nur ein attraktives Produkt lässt sich an aktuelle und potenzielle Geldgeber verkaufen. Und darum steht der Verein vor richtungweisenden Wochen. Bis Weihnachten entscheiden die Partien am Samstag (19.30 Uhr) in Iserlohn und am 16. Dezember (20.15 Uhr) "auf Schalke" darüber, ob die Mannschaft den Kontakt zur Spitze hält. Gelingt das nicht, wird sich Trainer Heimo Förster wohl von dem eh nur bis Weihnachten verpflichten US-Amerikaner Antonio Houston trennen. Ohne ihren Topscorer, der im Schnitt 22,1 Punkte erzielt, droht den Elephants indes der Abfall ins triste Mittelfeld.

Der Coach würde sowohl Houston ("Er macht seine Mitspieler besser.") als auch den zweiten Profi Thomas Ble gerne behalten. "Doch wenn für uns nach oben nichts mehr geht, ergibt das wenig Sinn", stellt Vorsitzender Dr. Friedrich W. Korsten klar. Entscheidungshoheit in personellen Dingen hat Förster. "Da reden wir ihm nicht rein", sagt Korsten. Fest steht allerdings, dass Mittelmaß die in der Vergangenheit oft mit mehr als 1000 Zuschauern gefüllte Sporthalle am Torfstecherweg in Gustorf auf Dauer leer fegt. Das in den Genuss von vier Jahren Zweitliga-Basketball gekommene Publikum im Rhein-Kreis ist verwöhnt. Einen Schnitt von knapp 300 Zuschauern wie in dieser Hinrunde hatten die Elephants zuletzt in der Oberliga. Bitter für einen Verein, der 15 Prozent seines Etats aus Eintrittsgeldern und Einnahmen aus der Cafeteria bei Heimspielen der ersten Mannschaft generiert.

Zudem müssen die Elephants bei der Jahreshauptversammlung im März Nachfolger für die eigentlich unverzichtbaren Macher Ulrich Weinz (2. Vorsitzender) und Hubert Fußangel (Geschäftsführer) präsentieren. Korsten macht im Jahr darauf Schluss. In Frank Schneeweiß, bei den Heimspielen mit seinem Team in den vergangenen zehn Jahren für die Aufbauarbeiten zuständig, ist bereits ein zupackender Ehrenamtler von Bord gegangen. Der Verein steht damit am Scheideweg, die kommenden Monate entscheiden darüber, ob Basketball als Leistungssport in Grevenbroich eine Zukunft hat.

(NGZ)