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Korschenbroich: Ekelfleisch aus Korschenbroich

Korschenbroich : Ekelfleisch aus Korschenbroich

28 Tonnen verdorbenes Hühnerfleisch stellte der Rhein-Kreis Anfang April sicher. Jetzt bestätigte ein Sprecher: "Das Gammelfleisch stammt aus Korschenbroich." Dem Unternehmen wurde nun die Herstellung untersagt.

Bisher war es nur ein Gerücht. Auf Anfrage bestätigte jetzt ein Sprecher des Rhein-Kreises Neuss: "Ja, es ist ein Betrieb aus Korschenbroich, der vergammeltes Hühnerfleisch nach Tschechien exportierte." Tschechische Veterinärbehörden hatten Anfang April für die rund 20 Tonnen Separatorenfleisch ein Verarbeitungsverbot erlassen und die deutschen Behörden informiert. Farbe und Geruch des Fleisches waren auffällig, darüber hinaus war es falsch oder überhaupt nicht etikettiert. Das zuständige Veterinäramt des Kreises reagierte prompt: Es suchte den Zerlege- und Handelsbetrieb auf, stellte zusätzliche acht Tonnen tiefgekühltes Hühnerfleisch sicher. Das Ergebnis: Sowohl die nach Tschechien exportierten Tonnen als auch die im Betrieb aufgefundenen entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen.

"Das ist eine Frechheit"

"Während die aus Tschechien zurückgekommene Ware nur geringe Abweichungen aufwies und hier der Kennzeichnungsmangel im Vordergrund stand, waren bei den Proben der Ware aus dem Betrieb nach dem Auftauen erhebliche geruchliche Abweichungen feststellbar", fasst Kreisveterinär Dr. Gerhard Fischer das Ergebnis der Analyse zusammen. Der Betrieb hätte sich in der Probephase zur Herstellung von Separatorenfleisch befunden und keine Erlaubnis gehabt, die Ware ohne mikrobiologische Untersuchungen in den Verkehr zu bringen. "Die Herstellung von Separatorenfleisch haben wir ihm jetzt dauerhaft untersagt." Die sichergestellte Ware sei vernichtet worden. "Das Fleisch ist nicht in den Verkehr gelangt", unterstreicht auch der Kreissprecher. Bei dem Betrieb handelt es sich nach NGZ-Informationen um einen Geflügel- und Dönerfleisch-Hersteller.

"Wir sind sauber, wir haben nichts damit zu tun", distanziert sich Karl-Heinz Sluyßer auf Anfrage von dem Skandal. Sein Unternehmen ist in Kleinenbroich am Püllenweg beheimatet. Sluyßer baute nach einem Großbrand 2004 den damaligen Förster-Betrieb wieder auf. Er beliefert hauptsächlich Gastronomie und Großküchen. Seit drei Jahren gibt es mit der Industrieküche noch eine dritte Unternehmenssäule: die Schul- und Kindergartenverpflegung. Der Handwerksmeister bezieht sein Fleisch aus kontrollierten EU-Betrieben. Neben den Überprüfungen durch das Veterinäramt unterzieht sich Sluyßer freiwilligen Kontrollen. "Bei uns stehen Qualität und Frische klar im Vordergrund", betont der Unternehmer. Sluyßer ist sauer, dass es immer wieder "schwarze Schafe" gibt: "Sie verschrecken die Verbraucher, schaden der Branche und machen den guten Ruf der ehrlichen Unternehmen kaputt. Das ist eine Frechheit."

(NGZ)