Eishockey: Eishockey: Krimi mit Polizeieinsatz

Eishockey : Eishockey: Krimi mit Polizeieinsatz

Selten ist ein Match so dramatisch schnell gekippt wie das Heimspiel des Neusser EV in der Eishockey-Oberliga gegen die Hammer Eisbären. Mitte des letzten Drittels führten die Neusser völlig verdient mit 4:0, kassierten dann innerhalb von nur 100 Sekunden drei Gegentreffer und verloren die Partie schließlich in der Verlängerung mit 4:5 (0:0, 2:0, 2:4, 0:1). NEV-Trainer Andrej Fuchs sprach anschließend nicht von einer Katastrophe, sondern von einer Lehrstunde für seine Youngster.

Die hatten im ersten Drittel mit taktisch klugem Spiel gegen die favorisierten Westfalen die Partie offen gestaltet, hätten im Mittelabschnitt durchaus mehr als nur zwei Treffer erzielen können und steuerten im Schlussdrittel einem klaren Überraschungssieg entgegen. Doch plötzlich verloren sie ihre klare Linie, dann in Panik den kühlen Kopf und schließlich das Match.

Nach den beiden ersten Gegentreffern innerhalb von 47 Sekunden durch Ibrahim Weißleder und Niklas Clusen erkannte Fuchs das aufziehende Unwetter und nahm eine Auszeit, um seine Mannschaft zu ordnen. Nur mit bedingter Wirkung, denn 53 Sekunden später legte Nemanja Vucurevic den dritten Treffer der Eisbären nach. Dann stand die Partie zwölf Minuten lang auf des Messers Schneide. Doch dem nur mit zwei Blöcken operierenden Gegner wuchsen statt der erwarteten Ermüdungserscheinungen Flügel. 43 Sekunden vor der Schlusssirene erzielte der kleine, quirlige Weißleder den Ausgleich und krönte seinen Abend in der Verlängerung mit dem Siegtreffer, als der Neusser Thomas Müller auf der Strafbank saß. Dahin war die Freude des NEV über die schönen Tore von Thimo Dietrich (2), Yannick Preuss und Sascha Drehmann. Die Hammer Routiniers, Weißleder, Furda und Vucurevic hatten die Kastanien aus dem Feuer geholt, und Eisbären-Trainer Daniel Galonska gestand: "Wir sind gut weggekommen." Dem schloss sich NEV-Cotrainer Daniel Benske an: "Wir waren, als wir uns gefangen hatten, gegen Ende des Schlussdrittels dem fünften Treffer ebenso nahe wie Hamm dem 4:4.

Als vor Beginn des Spiels ein mit Hammer Fans vollbesetzter, großer Bus auf den Parkplatz an der Eishalle rollte, freute sich der Kassierer des NEV. Leider waren unter diesen Fans einige wenige auf Krawall aus, was einen massiven Einsatz der herbeigerufenen Polizei auslöste.

(K.K.)
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