Jüchen : Einsamer Saubermann

Kurt Offermann lädt zum Frühjahrsputz im Landschaftsschutzgebiet Garzweiler. Er setzt dabei auf die Bruderschaft. Doch die hält sich bedeckt. Sie moniert, dass Offermann keinen Termin abgesprochen hat.

Er wollte das Landschaftsschutzgebiet in Garzweiler von Müll und Dreck befreien. Doch Kurt Offermann steht allein da. Dabei gäbe es genug zu schaffen: Leere Flaschen liegen dort herum, auch ein Sofa und jede Menge Altpapier sind dort von Unbekannten entsorgt worden.

"Ich setze dabei vor allem auf die Bruderschaft. Denn die ist der legitime Vertreter der Garzweiler Bürger", meint Initiator Offermann. Rund 400 Mitglieder hat die Bruderschaft, ungefähr jeder dritte Ortsbewohner ist dort organisiert. Vor allem das Landschaftsschutzgebiet zwischen Garzweiler und Jüchen hat Offermann im Blick: "Da liegen leere Schnapsflaschen, Altpapier, Bauschutt. Auch Gipsreste, leere Kartonagen und Grünschnitt sind dort abgeladen worden." Am Bouleplatz hat jemand eine alte Matratze entsorgt, und am Hamscher Hof rund um die Peter-Giesen-Halle steht seit einem Jahr ein ausgedientes Sofa in der Landschaft. Damit das nicht so bleibt, hat Offermann die Bruderschaft um Hilfe ersucht. "Brudermeister Dieter Königs möchte jedoch eine klare Unterstützung nicht zusagen." Er habe dann die Beteiligung der Jungschützen angeboten. Doch Offermann ist pessimistisch: "Die sollten schon 2010 mithelfen, sind der Aktion jedoch fern geblieben, weil sie sich 'zwangsentsandt' fühlten." Der Organisator ist daher etwas enttäuscht: "Leider ist festzustellen, dass man in Garzweiler einen dringend nötigen jährlichen Frühjahrsputz, wie er in anderen Ortschaften längst Usus ist, nicht auf die Beine stellen kann."

Brudermeister Dieter Königs sieht die Dinge allerdings aus einer anderen Perspektive: "Offermann hat bei seiner Aktion im vergangenen Jahr und auch jetzt einfach hier angerufen und seinen Termin mitgeteilt. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt." So hätten sich im vergangenen Jahr die Jungschützen gerne beteiligt. Das sei aber gar nicht möglich gewesen, da die an diesem Tag ihr Diözesan-Treffen hatten. Was Königs ebenfalls moniert: Die Schützen hatten im vergangenen Jahr gerade eine Woche vor dem Terminwunsch Offermanns selbst eine große Reinigungsaktion absolviert. Sie hatten sich nämlich zwei Samstage in Folge darum gekümmert, den Dorfplatz auf Vordermann zu bringen.

Nicht nur die Bruderschaft, so Königs, sein Ansprechpartner, wenn es um einen Frühjahrsputz gehe: "Offermann sollte auch einmal die politischen Jugendparteien ansprechen. Und vor allem die Mitglieder des VfL, denn die nutzen schließlich die Halle, um die herum der Abfall liegt." Königs machte deutlich: "Wir sind die Letzten, die sich weigern."

(NGZ)