Korschenbroich : Einfach zu kurz gedacht

Nicht nur in den Unternehmen, den Kommunen und in den Familien muss gespart werden: Auch die Kirche hat längst den Rotstift angesetzt. Zuerst wurde das Personal weggespart, jetzt streicht das Bistum Zuschüsse und Instandsetzungskosten. Vorausschauend haben sich die Vertreter der GdG Korschenbroich für den Erhalt ihrer fünf Pfarrkirchen starkgemacht. Sie wollen so ihre Kirchen in der jeweilen Ortsmitte retten. Doch das ist zu kurz gedacht. Dieser Beschluss ist weder mit dem Pastoralkonzept der GdG vereinbar, noch zeigt es einen vernünftigen Ansatz für die Zukunft im Pfarreienverbund. Die Angst vor sozialer Ächtung war für die Projektgruppenmitglieder scheinbar zu groß, um auch kritische Positionen zu beziehen oder Umwidmungen von Gotteshäusern zu Grabeskirchen anzusprechen. Langfristig werden sich die Pfarreien von Immobilien trennen müssen – auch von Gotteshäusern. Die kirchliche Praxis und die Zahl der Gläubigen stehen heute schon vielfach im Ungleichgewicht. Ein offenes Wort ist da besser als ein Eiertanz.

RUTH WIEDNER

(NGZ)