Lokalsport : Einer hat den Durchblick

Seit dem 22. Spieltag (88:86 gegen SW Essen) sind die Zweitliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich ohne Sieg, verloren sechs Mal in Folge.

Vorläufiger Höhepunkt der Talfahrt war die 76:123-Schlappe am Karsamstag in Göttingen.

NGZ-Redakteur Dirk Sitterle sprach darüber mit Raphael Wilder, Trainer der ersten Mannschaft und Sportlicher Leiter der Elephants.

Raphael Wilder Eine gute Frage. Aber ich bin kein Hellseher. Ich habe auch keine Patentlösung.

Wilder Vielleicht waren die Spieler einfach satt, als wir den Klassenerhalt mit 22 Punkten sicher hatten. Vielleicht sind ihnen jetzt andere Sachen wichtiger. Das Studium, der Geburtstag der Oma …

Wilder Natürlich. Aber eigentlich ist doch nur genau das eingetreten, was ich erwartet habe.

Ich habe von Anfang an gesagt, dass, wenn wir nach dem Spiel gegen Bremen am 23. Spieltag nicht gesichert sind, absteigen werden. Damals hat mir keiner zugehört, vielleicht tut's ja jetzt jemand.

Wilder … so toll war die gar nicht. Was haben wir denn geleistet? Wir haben zu Hause gegen Bremen, die uns im Rückspiel, als sie gefestigt waren, den Hintern versohlt haben, Iserlohn und die da noch ganz schwachen Braunschweiger gewonnen.

Das mit Abstand schlechteste Team, das die Neuwerk Lions jemals hatten, haben wir gerade mal mit drei Punkten geschlagen.

Wilder Ja, das Spiel gegen die Magics war wunderbar. Aber Herten war ein Glücksfall, ich weiß immer noch nicht, wie wir da gewonnen haben.

Gegen Rhöndorf, damals in einem richtigen Tief, und gegen Göttingen hat die Mannschaft - noch mit Thomas Soltau - am absoluten Leistungslimit gespielt und trotzdem nur knapp gewonnen.

In Paderborn waren wir dann aber chancenlos - und das war unsere tolle Hinrunde.

Wilder In Iserlohn musst du gewinnen. Cuxhaven war nicht schlecht, aber wir mussten 100 Punkte machen, um die zu schlagen.

Gegen die Wolfenbütteler, die auswärts nichts auf die Reihe kriegen, brauchten wir zwei Verlängerungen und gegen die Essener, die seit unserer Niederlage da im Hinspiel nur noch zwei Mal gewonnen hatten, reichte es gerade mal zu einem mühsamen Sieg mit zwei Punkten.

Wilder Doch. Wir machen uns im Moment viel kaputt, was wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, unseren guten Ruf. Die Liga lächelt über uns.

Wilder Der Verein muss jetzt überlegen, was er will. Vieles ist bei uns noch hobbymäßig, aber wir spielen nun mal gegen Profis. Vielleicht haben bei uns auch einige Spieler ihren Höhepunkt schon hinter sich …

(NGZ)