Lokalsport: Eine Tour, die Maßstäbe setzt

Lokalsport: Eine Tour, die Maßstäbe setzt

Die Tour de France bleibt diesmal in Frankreich. Trotzdem hoffen die Macher der Tour de Neuss für deren 17. Auflage am 1. August auf positive Nachwirkungen des Grand Départ, auch wenn die Rundstrecke leicht geändert werden muss.

Die Tour de Neuss steht nicht nur im Kalender des Bund Deutscher Radfahrer (BDR), sie hat dort ihren festen Platz. "Beim BDR freuen sie sich jedes Mal, etwas von uns zu hören," sagt Heinz Hegger. Er muss es wissen, denn zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer des Neusser Radfahrervereins (NRV) gehört es, die Tour de Neuss in jedem Jahr ordnungsgemäß anzumelden.

Foto: -woi

Das hat er auch diesmal getan, unter dem Datum des 1. August, wie immer am Mittwoch nach der Zielankunft der Tour de France. Die Vorbereitungen für die dann 17. Auflage des Radsportspektakels sind bereits angelaufen, die Feinarbeit beginnt spätestens mit der Mitgliederversammlung des NRV am 5. März. Eine Änderung hat der Geschäftsführer bereits vorgenommen: Die zuletzt zahlenmäßig eher schwach besetzten Jugendrennen der Klassen U 17 und U 19 wurden gegen jüngere Jahrgänge (U 11, U 13, U 15) getauscht. "Damit gehören wir zum U13/U15-Schülercup des BDR", sagt Hegger. Fuhr der Nachwuchs bisher "just for fun", so geht es diesmal um Wertungspunkte für Meisterschaften und Ranglisten.

Mit einer Änderung werden am 1. August alle leben müssen, egal, ob sie beim Nachwuchs, im Firmenrennen - "mir liegen schon zwölf Anmeldungen vor", sagt Hegger - oder bei der Elite starten. Denn wegen Baumaßnahmen ist die zum bisherigen Rundkurs gehörende Kanalstraße nicht zu befahren. Deshalb wird der Abschnitt auf der Breite Straße verlängert, um über die Hochstraße zurück zur Kaiser-Friedrich-Straße zu gelangen, auf der sich weiterhin Start und Ziel befinden. "Das sind rund 175 Meter mehr", hat Heinz Hegger ausgemessen - was durch eine geringere Rundenzahl (bisher 81 im Eliterennen) ausgeglichen werden soll.

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"Ich wette, das wird so ein Provisorium, aus dem keiner mehr zurück möchte", ist Sportdezernent Matthias Welpmann von der Attraktivität des neuen Kurses überzeugt. Im Zuge der Bauplanung angestellte Überlegungen, die große Wiese an Start und Ziel als Abstellplatz für Baucontainer oder als provisorischen Ausweich-Parkplatz zu nutzen, seien inzwischen vom Tisch, sagt Welpmann. Sehr zur Erleichterung des NRV: "Die Wiese ist für uns unverzichtbar, denn da generieren wir über die Gastronomie die meisten Einnahmen", sagt Barthel Winands, der für Marketing zuständige 2. Vorsitzende des NRV.

Allein durch diese Einnahmen lässt sich das Rennen, das im Vorjahr mehr als 20.000 Zuschauer anlockte und bei dem zehn Fahrer am Start waren, die direkt aus der Tour de France nach Neuss kamen, freilich nicht finanzieren. Weshalb der NRV am Dienstagabend zum Sponsorentreff ins Drusus 1 lud. "Wir haben mit der letzten Tour de Neuss Maßstäbe gesetzt, die werden schwer zu wiederholen oder gar zu toppen sein", erklärte NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers, "aber wir bemühen uns, das zu schaffen. Dabei sind wir gespannt, ob der positive Effekt der Tour de France Nachwirkungen bis in dieses Jahr hinein haben wird."

Bei den Politikern auf jeden Fall, schließlich outeten sich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisdirektor Dirk Brügge, der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer und sein Vorgänger Herbert Napp in seltener Einmütigkeit als Fans des Radsports.

(NGZ)