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Bayer Dormagen unterlag der SG Hameln mit 23:27: Eine schöne Bescherung...

Bayer Dormagen unterlag der SG Hameln mit 23:27 : Eine schöne Bescherung...

Von Camillo Kluge

Von Camillo Kluge

Eine schöne Bescherung, die sich Handball-Bundesligist TSV Bayer Dormagen einbrockte: Im einem echten Duell gegen den Abstieg - nicht nur von der Spielweise - unterlag Dormagen dem Gast der SG VfL/BHW Hameln mit 23:27 (14:12). Damit ist nach der Niederlage in Großwallstadt die Zwischenserie von 8:0-Punkten nun endgültig als Strohfeuer zu betrachten.

Dabei hatte es so gut begonnen. Hameln legte zwar 2:0 vor, doch bereits nach acht Minuten hatte Dormagen den Spieß gewendet, führte 4:2 und baute den Vorsprung gar auf ein 9:4 aus (17.). Dabei hatte Trainer und Geburtstagskind Gudmundur Gudmundsson sogar auf Viktor Szilagyi zunächst verzichtet. Mannschaftsführer Jacek Bedzikowski legte so furios los und organisierte seinen Angriff so gut, dass die Gästeabwehr zunächst kein Gegenmittel fand.

Auch seine Mannschaftskameraden riss er mit. Doch als schon der Treffer zum 9:4 durch einen Zauberpass von Mirko Bernau auf den guten Robert Sighvatsson, der locker vollstreckte, eingeleitet wurde, stand zu befürchten, dass dieses Spiel nicht so klar endet, wie es sich zunächst andeutete. Denn Hochmut kommt vor dem Fall.

Und so war es auch. Hameln stellte von der 6-0-Abwehr um, attackierte nun zumeist mit einer 4-2-Deckung. Und das behagte Dormagen gar nicht. Anstatt in einer längeren fast konstanten Überzahlperiode das Ergebnis in die Höhe zu schrauben, kam Hameln immer mehr auf. Mit Mühe rettet Bayer einen Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabine.

Doch bereits drei Minuten nach der Halbzeit war auch der null und nichtig. Von 14:14 ging es hin zum 17:17. Dabei erreichte Bayer zwischenzeitlich den Gipfel der Konzentrationslosigkeit, als sie sich in 6-4-Überzahl noch einen Gegentreffer vom Kreis einfingen, wohin der Ball getröpfelt war: Drei Dormagen guckten sich dabei gegenseitig an, der Hamelner packte zu und verwandelte.

So ging Hameln erstmals seit der zweiten Minute wieder mit zwei Toren in Front, führte 21:19 und baute auf 25:21 (57.) aus. Bayer ging zur offenen Manndeckung über und verkürzte noch einmal auf 23:25, doch ein clever "erschundener" Siebenmeter der Hamelner gab Bayer den Rest. Vielleicht mag es die Dormagener ja trösten, dass sicher einige der Zwei-Minuten-Strafen und Siebenmeter, die sie gerade in der Schlussphase kassierten, etwas hart waren, doch letzten Endes hatte die Mannschaft es klar versäumt, beim 9:4 bereits den Sack zuzumachen.

Hamelns Coach Jürgen Kloth war natürlich sehr zufrieden über den ersten Auswärtssieg seiner Truppe, lobte auch die Moral und deren Willen. Gudmundur Gudmundsson hingegen fehlten die Worte: "Die Enttäuschung ist groß. Wir sind gut gestartet, danach haben wir kopf- und disziplinlos gespielt, was uns den Sieg gekostet hat." Zwei Akteure wollte er jedoch hervorgheben: "Rafal Bernacki hat stark gehalten und das Publikum hat uns prima unterstützt."

Bernacki hatte in der Tat 19 Bälle pariert und immer wieder den Bayer-Akteuren Chancen zur Wende geboten. Doch nicht nur die vor allem in der zweiten Hälfte schwache Deckung, sondern auch mangelnde Kreativität und Beweglichkeit in der Offensive machten es Hameln am Ende leicht. Da auch Bedzikowski in der zweiten Hälfte weit von der Leistung der ersten entfernt war, hatte Dormagen nichts mehr entgegen zu setzen. Das zweite Bayer-Geburtstagskind Christian Ericsson zeigte zwar gute Ansätze, doch war ihm genauso wie dem phasenweise eingewechselten Szilagyi die fehlende Abstimmung anzumerken.

Ergebnisse und Tabelle:

Freitag: Eintracht Hildesheim - GWD Minden 26:29 (9:13) Samstag: SC Magdeburg - SG Wallau-Massenheim 23:23 (11:13) ThSV Eisenach - SG Willstätt-Schutt. 25:25 (10:12) HC Wuppertal - HSG D/M Wetzlar 25:31 (14:12) TuS Nettelstedt - THW Kiel 25:29 (12:13) TBV Lemgo - TV Großwallstadt 27:20 (15:5) Bayer Dormagen - SG Hameln 23:27 (14:12) HSG Nordhorn - SG Solingen 29:29 (17:13) VfL Gummersbach - SG VfL Bad Schwartau 23:27 (14:14)

1. SG Flensburg-Handewitt 18 13 3 2 508:438 29:7 2. SC Magdeburg 18 12 3 3 469:378 27:9 3. SG Wallau-Massenheim 18 12 3 3 488:446 27:9 4. THW Kiel 18 13 0 5 498:436 26:10 5. TBV Lemgo 18 12 2 4 436:409 26:10 6. TuSEM Essen 18 11 2 5 453:426 24:12 7. SG VfL Bad Schwartau 18 11 1 6 422:423 23:13 8. TV Großwallstadt 18 10 1 7 442:426 21:15 9. HSG Nordhorn 18 8 3 7 477:436 19:17 10. SG Solingen 18 8 2 8 453:451 18:18 11. GWD Minden 18 8 1 9 456:471 17:19 12. VfL Gummersbach 18 7 2 9 459:458 16:20 13. SG Hameln 18 7 2 9 423:448 16:20 14. HSG D/M Wetzlar 18 7 0 11 457:466 14:22 15. TuS Nettelstedt 18 7 0 11 445:475 14:22 16. ThSV Eisenach 18 5 3 10 433:453 13:23 17. Bayer Dormagen 18 5 1 12 386:446 11:25 18. SG Willstätt-Schutt. 18 3 4 11 442:482 10:26 19. HC Wuppertal 18 2 1 15 382:465 5:31 20. Eintracht Hildesheim 18 1 2 15 396:492 4:32