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Jüchen: Einblick in Jüchens kulturelles Leben

Jüchen : Einblick in Jüchens kulturelles Leben

Trotz des frischen Wetters nahmen am Samstag mehr als 500 Besucher die Einladung zum Kulturfest "Jüchen bunt" an. 30 Vereine und Verbände präsentierten sich in und um die Realschule. Die dritte Auflage ist erst für 2015 geplant.

Es ist eine Veranstaltung, die allen Jüchener Institutionen, Vereinen und Verbänden, die sozial aktiv sind, eine Plattform zur Präsentation bieten soll: "Jüchen bunt". Zum zweiten Mal fand das Familien-Event nach der Premiere 2012 in und rund um die Realschule statt. "Der Name ist Programm", sagt Stefan Bredt, Vorsitzender des Gemeindejugendrings Jüchen. Erneut zeigte sich, wie vielfältig die Facetten des kulturellen Lebens in Jüchen sind.

Mit dabei war in diesem Jahr sogar eine Gruppe von Mädchen aus Jüchens Partnerstadt Leers, die einen arabischen Tanz im Forum der Schule aufführten. "Unsere Partner in Nordfrankreich legen viel Wert auf den engen Kontakt", sagt Bredt. "Multikultureller geht's kaum", meint der Organisator, "ich bin außerdem froh, auch die deutsch-türkischen, deutsch-russischen und deutsch-tamilischen Freundeskreise für unsere Veranstaltung gewinnen zu können", sagt der Jüchener, der "Jüchen bunt" als ein Event von Menschen für Menschen sieht.

Während mehr als 500 Besucher durch die Gänge der Realschule bummelten, sich über Vereine informierten und Delikatessen aus unterschiedlichen Ländern probierten, konnten sich die Kinder draußen auf großen Hüpfburgen austoben oder sich die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst erklären lassen. "Uns hat das Tischtennisspielen in der Turnhalle am meisten Spaß gemacht", sagen die Geschwister Mariella und Carlos aus Gierath, die sich im Foyer schminken ließen.

Nur ein paar Schritte entfernt gab es noch mehr zu entdecken: "Wir wollen den Besuchern Dinge zeigen, die man sich ganz einfach selbst basteln kann und die den Alltag in den unterschiedlichsten Situationen erleichtern können", sagt Ramona Kirzinger aus Otzenrath, die die "Wölflinge" bei den Otzenrather Pfadfindern betreut. Diese hatten —mit den Kollegen aus Hochneukirch — gleich um die Ecke ihre Zelte aufgeschlagen und ein Lagerfeuer gemacht, an denen Kinder neben Stockbrot auch Waffeln backen konnten.

Erstmals dabei waren die Bürgerstiftung Jüchen und die evangelische Stiftung Hephata. Für Hephata machte Sozialpädagoge Michael Rosellen etwa auf geistig Behinderte aufmerksam, die in drei Wohngemeinschaften in Jüchen leben. "Weil diese Menschen zur Gesellschaft gehören", meint Rosellen.

"Das Schöne ist, dass ein breites Spektrum an Themen behandelt wird", sagt Stefan Bredt, der immer wieder seine Französischkenntnisse unter Beweis stellen musste: etwa für Roman aus Leers, der den großen Schriftzug "Jüchen bunt" vor der Realschule gesprayt hatte. Roman lebt erst seit kurzem in der Gemeinde. Grund ist seine Liebe zur Jüchener Studentin Yvonne Hutmacher; beide haben sich bei einem Austausch in Frankreich kennengelernt und wohnen seit Anfang April zusammen in Jüchen.

(NGZ/EW)