Galopp : Ein Wochenende ohne Galopprennen

Trotz des Totalausfalls herrscht bei den Rennvereinen Freude über die zugesagten Landesmittel.

Der geplante und in der Szene im Grunde ersehnte Grasbahn-Saisonauftakt am Sonntag auf der Krefelder Galopprennbahn musste wegen der anhaltend winterlichen Witterung schon zu Wochenbeginn abgesagt werden. Das deutete sich schon früh an und deshalb schrieb der Dachverband in Köln einen Alternativ-Renntag auf der Dortmunder Sandbahn aus. Weil dafür in zehn Rennen trotz aller Mühen im Verband nur 47 Pferde gemeldet wurden, fällt auch dieser Renntag aus. In ganz Deutschland gibt es an diesem Wochenende keine Galopprennen. Das ist in den letzten 40 Jahren eher selten vorgekommen.

Trotz des Totalausfalls schien vor allem für die neun Trab-und Galopprennvereine in Nordrhein-Westfalen auf besondere Weise gestern die Sonne. Die Ursache dafür war eine Botschaft aus dem Düsseldorfer Landwirtschaftsministerin, denn aus dem Landeshaushalt sind für die Saison 2013 kurzfristig doch noch rund 900 000 Euro an Zuschüssen bewilligt worden. Für Neuss bleibt ein Anteil von 100 000 Euro. Das ist der Ausgleich für die urplötzlich und ohne Vorwarnung gestrichenen Spiel-77 Mittel, gegen die massiv und nun erfolgreich protestiert wurde.

Die Politik ließ Einsicht walten und verkündete: "Am 5. Dezember 2012 wurde den Rennvereinen mitgeteilt, dass sie zum Jahreswechsel aus dem Kreis der Destinatäre aus den Erträgen des Glücksspiels herausfallen. Da die Investitionsplanungen für 2013 bereits zu diesem Zeitpunkt weitestgehend abgeschlossen waren, stehen die Rennvereine vor unlösbaren Problemen. Bei den Rennvereinen, die alle gemeinnützig sind und ohne Überschüsse wirtschaften, sind diese Kürzungen nicht zu kompensieren und führen kurzfristig zu existenziellen Problemen. Aufgrund der dargestellten Situation erhalten die Rennvereine im Jahr 2013 einmalig zu Lasten des allgemeinen Landeshaushalts einen Betrag von 900 000 Euro. Damit ist keine Wiederaufnahme der Rennvereine in den Kreis der aus den Erträgen des Glücksspiels begünstigten Destinatäre verbunden."

Hinter der neuen Entwicklung für die existenzbedrohten Veranstalter steckt offenbar erfolgreiche Lobbyarbeit vieler Landtagsabgeordneter aus dem Einzugsgebiet der betroffenen Vereine. Besonders die SPD-Politiker agierten offenbar zielorientiert und taten das auch kund, bevor es vereinbart war. Davon wurde auch der Neusser Rennvereinspräsident und designierte Verbands-Chefmanager Jan-Antony Vogel überrascht. Die Initiative zur Totalstreichung war vordringlich von den Grünen ausgegangen. Jetzt hat der SPD-dominierte Finanzausschuss die Wende bewirkt.

(NGZ)