Skaterhockey : Ein Urgestein muss absteigen

In Gestalt der Crash Eagles Kaarst und der SHC Rockets Essen stehen sich die beiden ältesten Skaterhockey-Vereine Deutschlands in den beiden Relegationsspielen um den Verbleib in der Bundesliga gegenüber

Am liebsten würden sie sich wohl auf ein Unentschieden einigen: "Für mich ist es schon bitter, dass mit den Crash Eagles Kaarst und uns gleich zwei Skaterhockey-Dinos aufeinandertreffen", sagt Thomas Böttcher. Den Vorsitzenden des SHC Essen eint diese Sichtweise mit seinem Kaarster Kollegen Wolfgang Dietrich: "Beide Vereine sind nicht aus der Skaterhockeyszene wegzudenken."

Dennoch: Am 27. November wird eines der beiden Urgesteine der in Deutschland noch jungen Sportart in die Zweite Liga absteigen müssen. Dann steigt ab 13 Uhr im Sportforum Kaarst-Büttgen das Relegations-Rückspiel um den Verbleib in der ab der nächsten Saison eingleisigen Bundesliga. Das Hinspiel wird am Samstag um 18 Uhr in der Essener Hockey-Arena an der Raumerstraße angepfiffen.

Eagles und Rockets wurden beide 1985 gegründet. Als die Essener 1996 in die Bundesliga aufstiegen, waren die Kaarster gerade zum zweiten Mal Deutscher Vizemeister geworden. 1997 und 1998 holten sie den nationalen Titel in die inzwischen abgerissene Dreifachhalle an der Pestalozzistraße. 1997, '99 und noch einmal 2004 wurden die Eagles Deutscher Pokalsieger.

Größter Erfolg der Rockets, die zwölf Jahre ihrer Vereinsgeschichte (1996 bis 2008) als Unterabteilung des Eishockey-Klubs "Moskitos Essen" firmierten, ist der überraschende Sieg im Europapokal in diesem Jahr in eigener Halle. Doch die Bundesliga-Saison verlief für beide nicht nach Wunsch: "Das klare Ziel war es, die eingleisige Erste Liga zu erreichen", sagt Thomas Böttcher. Mit Tabellenplatz sechs in der Nordgruppe verfehlten die Essener dieses Ziel ebenso wie die Crash Eagles im Süden: "Mit etwas mehr Glück und Geschick wäre ein höheres Punktekonto möglich gewesen", sagt Wolfgang Dietrich rückblickend. Das Genick brach den Kaarstern die 6:9-Heimniederlage gegen die Freiburg Beasts Ende Mai: "Alle anderen Punktverluste durften oder konnten passieren", meint Dietrich. Am Ende fehlten drei Punkte zum Lokalrivalen Uedesheim Chiefs, der als Fünfter den ersten Nicht-Abstiegsplatz belegt. Die Essener rutschten bei Punktgleichheit mit dem Crefelder SC nur aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs in die Relegation.

Dass sie überhaupt die Chance bekommen, im "Nachsitzen" doch noch erstklassig zu bleiben, haben die Kontrahenten Thomas Böttcher zu verdanken. Als es im Vorfeld der Eingleisigkeit im Bundesliga-Ausschuss um die Auf- und Abstiegsregelung ging, setzte sich der Vorsitzende der Rockets nämlich mit seinem Kompromissvorschlag einer Relegationsrunde der beiden Sechstplatzierten durch. Wolfgang Dietrich gehörte zu den Vereinsvertretern, die zustimmten — nicht ahnend, dass ihre beiden Klubs jetzt die Betroffenen sind. Auf ein Unentschieden können sie sich nicht einigen — der Verlierer steigt ab.

(NGZ)