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Olympische Spiele 2012 in London: Ein Team mit guten Perspektiven

Olympische Spiele 2012 in London : Ein Team mit guten Perspektiven

325 Tage vor Beginn der XXX. Olympischen Sommerspiele stellten Stiftung Sport und Rhein-Kreis Neuss gestern ihr "Perspektivteam 2012" vor. Noch hat keiner der acht Sportler und sechs Sportlerinnen die Fahrkarte nach London gelöst, doch für ein halbes Dutzend stehen die Chancen nicht schlecht

Vielleicht treffen sich ja alle Beteiligten in genau einem Jahr wieder, vielleicht gibt es statt Pflaumenkuchen und Kaffee dann ein Gläschen Sekt, um auf das Abschneiden bei den XXX. Olympischen Sommerspielen anzustoßen. Die sind dann nämlich Geschichte — und der Rhein-Kreis hofft, dass sie aus heimischer Sicht zu einer möglichst erfolgreichen werden.

"Es wäre ihnen zu gönnen", sagt Jürgen Brüggemann mit Blick auf die "Anstrengungen, die hier in den vergangenen zehn Jahren in Sachen Sportförderung unternommen worden sind", sich aber weder 2004 in Athen noch vier Jahre später in Peking in einer nennenswerten Zahl von Olympiastartern niederschlugen: Dort waren Stephanie Groß und Nicoloas Limbach jeweils als Einzelkämpfer unterwegs. Nicht nur der Geschäftsführer der Sportstiftung NRW ist optimistisch, dass das in 324 Tagen anders aussieht: "Ich tippe auf fünf bis zehn Starter aus dem Rhein-Kreis", legt sich Brüggemann fest. Kollege Michael Scharf, Leiter des Olympiastützpunktes Rheinland, möchte dem nicht widersprechen, auch wenn er weiß: "Nicht alle aus dem Perspektivteam werden es schaffen."

Das wissen die acht Sportler und sechs Sportlerinnen, die zum "Perspektivteam 2012" gehören, selbst nur allzu gut. "Für einige wird es ganz schön hart", sagt Olaf Kawald. Er betreut beim TSV Bayer Dormagen die Säbelfechter und damit das größte Kontingent der Olympiahoffnungen: Vier Fechter, von denen Vize-Weltmeister Nicolas Limbach gesetzt sein dürfte, und in Person von Stefanie Kubissa eine Fechterin kämpfen um die Fahrkarten nach London. "Noch gibt es keinen Zwist im Team", sagt Max Hartung mit Blick auf die Tatsache, dass einer aus dem TSV-Trio, zu dem außer Limbach und dem EM-Dritten noch Benedikt Wagner und Benedikt Beisheim gehören, wohl kaum in London dabei sein wird. Schließlich gibt es da ja noch den Tauberbischofsheimer Björn Hübner, der als starker Mannschaftsfechter an Nummer zwei gesetzt sein dürfte. Die schlechtesten Karten besitzt wohl Benedikt Beisheim, denn der 24-Jährige ist nicht für die WM nominiert, bei der vom 9. bis 16. Oktober in Catania die Weichen Richtung London gestellt werden. "Erst einmal müssen wir uns überhaupt als Team qualifizieren", zeigt Hartung die Prioritäten auf.

Auch andere wie Boxer Mimoun Touba oder Fünfkämpferin Janine Kohlmann dürften nach den in Kürze beginnenden Weltmeisterschaften in ihren Disziplinen schon mehr Klarheit haben. "Wir fördern, solange eine Olympiachance besteht", verspricht Karl Bongers, Vorsitzender der Stiftung Sport, die bislang bereits 80 000 Euro in das Perspektivteam gesteckt hat — neben den ohnehin allen A- und B-Kadern zustehenden Fördergeldern.

Und wenn es bei dem einen oder anderen mit London nicht klappen sollte, besteht laut Dieter Welsink kein Grund zur Resignation: "Das Team ist so jung, da haben wir gute Perspektiven für 2016", sagt der Stiftungspräsident mit Blick auf das Durchschnittsalter von gerade mal 22,3 Jahren. In Rio sind dann jedoch alle vier Jahre älter und somit in einem Alter, "wo sie auch an ihre Karriere außerhalb des Sports denken müssen", mahnt Jürgen Brüggemann. Sein Rat an die Athleten: "Fahren Sie zweigleisig. Und sprechen Sie uns an, denn nur dann können wir Ihnen helfen". Olympiastarter dürften im nächsten Jahr auch leichter zu vermitteln sein.

(NGZ)