Elephants Grevenbroich: Ein Sieg - was sonst?

Elephants Grevenbroich : Ein Sieg - was sonst?

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Für die Zweitliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich zählt am Samstag Abend (19 Uhr, Sporthalle Gustorf) im Heimspiel gegen das noch sieglose Schlusslicht SG FT/MTV Braunschweig nur ein Sieg. Die Partie dürfte richtungsweisend sein für den Verlauf der gesamten Hinrunde. Soll das am Samstag Abend klappen mit dem so immens wichtigen Heimsieg der Grevenbroicher Zweitliga-Basketballer über die SG Braunschweig, müssen die "Elefan(t)s" die Halle am Torfstecherweg wieder in einen Hexelkessel verwandeln. NGZ-Foto: L. Berns

Vor dem so enorm wichtigen Match der Elephants Grevenbroich am Samstag Abend in der Sporthalle am Torfstecherweg (19 Uhr) gegen den Tabellenletzten SG Braunschweig ist Trainer Raphael Wilder eigentlich jede Formulierung egal - so lange ihre Aussage die ist: ein Sieg muss her! "Klar, wir müssen, wir wollen, wir können, wir sollen - wie auch immer man das ausdrücken will -, am Ende müssen wir die Halle als Sieger verlassen. Fertig, aus!"

Auf dem Weg zum Klassenerhalt können sich die Elephants eine Niederlage überhaupt nicht leisten, vor allem nicht zu Hause - und schon gar nicht gegen Braunschweig. Denn noch spielen die Niedersachsen nach dem Motto: "Jugend forscht." Viele Akteure sind erst 20 Jahre oder jünger. Waldemar Buchmiller - der Topscorer (17,2 Punkte im Schnitt) sammelte in Gießen und Bonn bereits Erstliga-Erfahrung - ist in der Truppe des impulsiven Trainers Liviu Calin mit gerade mal 25 schon der Methusalem.

Gänzlich grün hinter den Ohren sind die Gäste freilich nicht. Scharfschütze Jorge Schmidt (20) gehörte in der vergangenen Saison beim Zweitliga-Spitzenklub BG Göttingen zur Startformation, der gleichaltrige Guard Flavio Stückemann trieb mit seiner knallharten Verteidigung schon einen John Bynum schier in den Wahnsinn. Beide sind ebenso wie Flügel Leo-Niklas Niebuhr (7,3 Punkte/6,5 Rebounds), Tom Lipke und Jakob Klimek mit einem Zweitspielrecht für den der 1. Liga angehörenden Kooperationspartner BS Energy Braunschweig ausgestattet.

Den gleichen Weg gingen zuletzt Peter Fehse und Jan Lipke, die den Sprung ins Oberhaus geschafft haben. Unter den Körben liegt das Revier von Robin Smeulders (6,5 Punkte/5,5 Rebounds) und Thomas Burow, mit einer Größe von 2,11 Meter und einem Gewicht von 115 Kilogramm ein echter Faktor am Brett.

Noch ohne US-Amerikaner im Kader - das kann sich allerdings täglich ändern - "haben die keinen großartigen Scorer im Team", weiß Wilder, "die machen sehr viel durch ihre Athletik." Auf jede Menge Arbeit könne sich vor allem Spielmacher Rico Grier gefasst machen.

"Der Druck auf den Aufbau ist immens, er dürfte gegen Braunschweig schon genug damit zu tun haben, den Ball überhaupt nach vorne zu bringen." Als Mannschaft, die eine äußerst aggressive und körperbetonte Gangart bevorzugt, suchen die Gäste mit Vorliebe 1:1-Situationen. "Da könnten wir Probleme bekommen", befürchtet Wilder, dem freilich schon geeignete Gegenmittel vorschweben. "Wir dürfen gegen deren Presse nicht so viele Bälle verlieren."

Weil er um die äußerst variable Defensive der Niedersachsen weiß, hat er seine Schützlinge im Training genau darauf eingestellt. "Wir haben in dieser Woche kaum Grundsätzliches gemacht, sondern uns ausschließlich auf dieses eine Spiel vorbereitet." Über Sieg und Niederlage entschiede, so Wilder weiter, jedoch die Intensität in der Verteidigung, "aus der heraus wir vielleicht zu leichten Punkten kommen können".

Erschwert wurde die Vorbereitung allerdings durch das bis am Donnerstag Morgen fehlende Video von der 85:90-Niederlage der SG am vergangenen Wochenende gegen Hagen. Wilder: "Das mir von der Videozentrale der 2. Liga zugesandte Band war leer. Als der Bildschirm blau blieb, habe ich nur gedacht: die ganze Welt hat sich gegen uns verschworen." Für Abhilfe sorgte aber inzwischen Trainerkollege Igor Krizanovic aus Herten.

(NGZ)