Korschenbroich: Ein neuer See in Kleinenbroich

Korschenbroich: Ein neuer See in Kleinenbroich

Das Kieswerk von Cemex am Pferdsbroich erweitert sich um eine zehn Hektar große Fläche. Es entsteht eine weitere Grube. Am bisherigen Standort wird die Förderung eingestellt. Die Gruben werden als Naturraum gestaltet.

Wo früher Landwirte ihre Felder bestellten, entsteht jetzt ein See: Das Kieswerk von Cemex am Pferdsbroich erweitert sich nach Süden in Richtung L 316 um ein zehn Hektar großes Gebiet. Die Fläche ist schon eingezäunt, derzeit bereiten Bagger die Förderung vor, die in einigen Wochen beginnen soll. Wenn die Bagger und Fließbänder dann in einigen Jahren weitergezogen sind, sollen sich auf dem Areal Vögel und andere Tiere ansiedeln: Die mit Wasser gefüllte Grube, die bei der Förderung des Rohstoffs entsteht, wird begrünt und als Naturraum gestaltet.

Das neue Abbaugebiet liegt in direkter Nachbarschaft des derzeitigen an der L 390. Dort sind fast aller Kies und Quarzsand gehoben, in einigen Wochen wird die Förderung eingestellt. Dann verlagert Cemex die Produktion auf das neue Gebiet. Bis 2014 soll dort der Kies aus sechs Hektar der Fläche gehoben werden, dann folgt der Rest. Insgesamt will Cemex aus dem Gebiet zwei Millionen Tonnen Kies fördern.

"Der Standort Korschenbroich ist gut für ein Kieswerk", sagt der Projektleiter Genehmigungen und Umweltschutz bei Cemex, Andreas Richter (41). Zwar gebe es überall im Rheinland viel Kies, aber die Schicht in Korschenbroich sei sehr breit. "So gibt es auf wenig Fläche viel Ertrag." Zwanzig bis dreißig Meter tief graben sich die Bagger in den Boden. Außerdem habe der Kies eine gute Qualität. Für Beton, aber auch für Spielplätze und Gärten werden die kleinen Steine aus Korschenbroich verwendet.

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Um eine Fördergenehmigung zu erhalten, muss das Unternehmen zusichern, sich um die Zukunft der Fördergrube zu kümmern. Während der erste, weiter nördlich liegende Kies-See 1967 zum Bade- und Erholungssee gemacht wurde, sollen die Gruben aus der jetzigen Anlage und der Erweiterung renaturiert werden. Derzeit schüttet Cemex dazu etwa mit Sand einen Flachwasserbereich auf, an den Ufern stehen Bäume. In einem "grünen Klassenzimmer", das Cemex anbietet, sollen Schüler sehen können, wie sich die Natur den künstlichen See zurückholt. "Wenn sie begrünt werden, sind die Kiesgruben Flächen mit Nutzen", sagt Richter. "Das ist anders als etwa bei Gewerbegebieten, wo der Boden mit Asphalt versiegelt wird."

Die turmhohe Anlage, in der der Kies gereinigt und gesiebt wird, muss wegen des neuen Gebiets nicht bewegt werden: Mit einem Förderband entlang der alten L 361 wird der Kies zu den Maschinen transportiert. Der Weg ist derzeit wegen der Bauarbeiten für Fußgänger und Radfahrer gesperrt.

Zur Sicherheit bleiben die Gruben eingezäunt, so lange noch Kies gefördert wird. In zwei Jahren soll aber eine Aussichtsplattform an der neuen Abbaufläche entstehen.

(NGZ)
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