Jüchen : Ein Liebesbrief in XXL

In Jüchen sorgt der Liebesbrief in Großformat für Aufsehen: Auf einer Plakatwand im Jüchener Zentrum erklärt Jürgen Zimmer seiner Lebensgefährtin Susanne Welter seine Liebe. Seit sieben Jahren sind die beiden ein Paar.

Mit einer solch' plakativen Liebeserklärung hätte die Jüchenerin Susanne Welter (50) nie gerechnet — auch nicht von ihrem Jürgen. Zwar ist ihr Lebensgefährte immer für eine Überraschung gut. Aber jetzt machte der Jüchener seine große Liebe sprachlos: "Und das passiert nicht so schnell", sagt die blonde 50-Jährige lachend. Mit einem 3,50 Meter breitem und 2,50 Meter hohem Plakat an einer Hauswand im Jüchener Zentrum zeigte Jürgen Zimmer seine Liebe: "Hallo, mein Herz. Danke, dass es Dich für mich gibt. Liebe Dich sehr" können jetzt alle Jüchener lesen. Wohl kaum jemand, den diese romantische Botschaft nicht berührt.

Tränen der Rührung

Susanne Welter ging es nicht anders: Sie war nicht nur sprachlos, sondern brach in Tränen aus: "Ich war total überrascht." Von dem Liebesbeweis im Großformat hatte sie bis zur Fertigstellung nichts geahnt. Und dann stand sie plötzlich vor "ihrem" Plakat — und viele ihrer Freundinnen seufzen bei so viel Romantik.

Die Idee zu dieser Aufsehen-erregenden Liebeserklärung hatte Jürgen Zimmer bei einer Autofahrt durch Jüchen. "Was kostet es eigentlich für einen Privatmann, eine solche Plakatwand zu mieten?", fragte sich der Mitarbeiter des Werkschutzes. Antwort auf diese Frage fand er rasch im Internet. Jürgen Zimmer holte sich Unterstützung von Susanne Welters Tochter Angelina: "Sie hat meine Gedanken perfekt grafisch umgesetzt."

Für das Liebesplakat gab es keinen Anlass wie Jahres- oder Valentinstag. Doch das Paar hat gemeinsam schwere Zeiten gemeistert. "Vor anderthalb Jahren ist bei Jürgen Krebs diagnostiziert worden. Das war für uns der Zeitpunkt, uns unserer Liebe bewusst zu werden. Oft vergisst man das über die Anforderungen des Alltags und der Arbeit", meint Susanne Welter.

Dass beide zueinander gefunden haben, erstaunt sie auch heute noch. Zwar waren sie lange befreundet. Als Susanne Welters Mann jung an Krebs starb, gab es viele Menschen, die sich um die Witwe mit drei Kindern kümmerten. Auch Jürgen Zimmer gehörte dazu. "Irgendwann gestand er mir zaghaft seine Gefühle", erinnert sich Welter — seit sieben Jahren sind sie nun ein Paar, teilen Hobbys wie Motorrad fahren oder Dart spielen.

Was kommt jetzt, nach dem Plakat, erfüllten Wünschen wie Fallschirmspringen und Ballonfahren? "Ach", sagt Jürgen Zimmer. "Das muss ich so schnell nicht toppen." Ihm gehe es um die Geste, um Spontanität: "Und das geht auch mit ein paar Blumen."

(NGZ/url/rl/jco)