Jüchen : Ein Jugendrat für Jüchen

Vor 18 Monaten stimmte der Rat zu, für junge Jüchener ein politisches Gremium einzurichten. Bürgermeister Harald Zillikens will dieses Ziel vorantreiben. Einen Jugendrat, der funktioniert, gibt es in der Nachbarstadt Grevenbroich.

Jugendliche Jüchener für Politik begeistern – den Entschluss dazu fassten alle Ratsmitglieder im Juni 2009. In diesem Jahr soll das Projekt angegangen und die Form manifestiert werden – dies ist ein Ziel von Bürgermeister Harald Zillikens. Jürgen Wolf, bei der Gemeinde zuständig für Wirtschaftsförderung und politische Gremien, soll sich um das Thema kümmern. Zahlreiche Gespräche wurden bereits geführt: Die Lokalpolitiker orientierten sich auch in Richtung der Nachbarstädte Dormagen und Grevenbroich, in denen es bereits einen Jugendrat gibt. "Ich fände es toll, wenn es in Jüchen für Jugendliche auch bald diese Möglichkeit gibt. Klar würden wir gern mit unseren Erfahrungen helfen", sagt Niklas Polster (19). Der Neukirchener gehört zum vierköpfigen Team des Jugendrates in Grevenbroich und will das Amt aus Altersgründen im April abgeben.

In Grevenbroich können sich Jugendliche über den Jugendrat an politischen Entscheidungen beteiligen. Dessen Mitglieder werden in den weiterführenden Schulen gewählt. "Im Jugendhilfe-Ausschuss sind wir als beratendes Mitglied dabei", erläutert Niklas Polster. Somit bestehe eine Möglichkeit, Ideen und Wünsche zu formulieren oder auf Probleme hinzuweisen.

Wie sich junge Jüchener künftig an den Entscheidungen in ihrer Gemeinde beteiligen können, das steht zurzeit noch nicht fest. Dieses Thema wird im Jugend- und Schulausschuss beraten werden. Im Juni 2009 hatte Holger Tesmann für die SPD den Antrag formuliert, einen Jugendrat einzurichten – eine Idee, der grundsätzlich alle Fraktionen zustimmten. Warum dieses politische Gremium? "Kinder und Jugendliche sollen Politik nicht als ,undurchsichtiges Geschäft', sondern als Partizipationsmöglichkeit erfahren, in der Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden", so Tesmann. Laut Kommunalwahlrecht könnten bereits 16-Jährige ihre Stimme abgeben; der Jugendrat diene der Stärkung der Jugend- und Kommunalpolitik.

Sich an Lokalpolitik beteiligen – das funktioniere als Jugendrat-Mitglied, so lautet die Erfahrung von Niklas Polster: "Für die Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, dass sie wissen, wen sie ansprechen können. Das Gremium Jugendrat als Mittler zwischen Jugend und Politik funktioniert."

Was manchmal nicht funktioniert: "Gute Ideen zu realisieren." Während in Grevenbroich das Ziel "Nachtbus" im April weiterverfolgt wird oder mit der Ü16-Karnevalsparty ein Bedarf gedeckt werde, hätten andere Ziele als "unrealistisch" aufgegeben werden müssen: "Gern hätten wir ein Jugendzentrum. Aber dafür fehlt das Geld."

(NGZ)