Basketball : Ein Hauch von Profi-Basketball

Zweite Damen-Bundesliga Team und Trainer der TG Neuss übernachten nach getaner Arbeit in Berlin

Sicher, mit der TG Neuss in der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord zu spielen, ist für die meisten Akteurinnen finanziell gesehen ein Zusatzgeschäft. Geld ist an der Schorlemerstraße selbst für die aus den USA importierte Regisseurin Connie James nicht zu verdienen. Und doch dürfen sich die Mädels von Trainer Mathias Gierth an diesem Wochenende mal ein bisschen wie Profis fühlen. Denn der vor allem dem Breitensport verpflichtete Verein spendiert ihnen den Flug zur heutigen Partie beim ASV Moabit Berlin (18 Uhr).

Heute Morgen um 9.35 Uhr soll der Flieger von Düsseldorf Richtung Bundeshauptstadt abheben. Und da der sportliche Trip auch als kleines Bonbon für den so gut wie sicher unter Dach und Fach gebrachten Klassenverbleib ist, bleibt der Neusser Tross gleich über Nacht in Berlin. Erst morgen Abend um 21 Uhr geht's zurück nach Neuss. "Die Übernachtung zahlt natürlich jeder selber", beruhigt Gierth. Man muss es ja nicht gleich übertreiben ...

Mit der Frage, ob das Ticket für eine weitere Saison im Bundesliga-Unterhaus bereits vor den beiden abschließenden Partien gelöst ist, hat sich Gierth derweil nur kurz beschäftigt. "Das ist etwas, was du eh nicht im Griff hast." Weil jedoch aus der 1. Liga in Chemnitz und Saarlouis zwei der 2. Liga Süd zugeordnete Klubs absteigen, die 2. Liga Nord in dieser Saison von Beginn an unter dem Soll von zwölf Vereinen geblieben war und sich in der Regionalliga West vielleicht kein Aufsteiger finden lässt, würde es Gierth nicht überraschen, "wenn niemand absteigen muss". Seinem Elan vermögen derlei Gedankenspiele rein gar nichts anzuhaben. Sein Ziel: "Gewinnen wir beide Spiele, haben wir genauso viele Siege auf unserem Konto wie in der vergangenen Saison. Und außerdem könnten wir sogar noch Berlin auf Rang acht abfangen."

Mit Moabit verbinden die Neusserinnen durchaus angenehme Erinnerungen, gelang ihnen gegen den ASV in der Hinrunde zum Debüt von Connie James doch der erste Saisonsieg (65:52). Beim Wiedersehen fehlen heute Abend lediglich die mit den Rhein Girls in den Play-offs um die Deutsche Meisterschaft aktiven Sarah Stock, Inga Krings und Annika Dankmeyer, die schulisch eingespannte Alex Höffgen sowie die im Aufbautraining befindliche Natascha Müsch. Wieder mit dabei ist Svenja Krings. Sie trifft mit der TG auf selbstbewusste Berlinerinnen, die zuletzt mit einem deutlichen 70:54-Heimsieg über Hagen überrascht hatten. Zu beachten ist im nur mit deutschen Spielerinnen besetzten Team vor allem die erst 16-jährige Noémie Rouault (1,83 Meter), die vom Flügel im Schnitt 13,7 Punkte zusteuert.

(NGZ)