Ringen : Ein Hauch von Olympia

Auch wenn die besten Juniorinnen wegen der anstehenden Europameisterschaft fehlen, der vom AC Ückerath zum achten Mal ausgerichtete Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland bietet wieder Frauenringen der Weltklasse.

Weltklasse bot der Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland stets, doch ein Jahr vor den Olympischen Spielen in London erhält das zum achten Mal vom AC Ückerath ausgerichtete Ringerturnier für Frauen, Juniorinnen und Kadettinnen eine ganz besondere Note. Mehr denn je gilt die vom kanadischen Nationaltrainer Leigh Vierling vorgenommene Klassifizierung als "first rate event", eine Veranstaltung der Güteklasse 1a.

Zwar fehlen wegen der Europameisterschaften im serbischen Zrenjanin (21. bis 26. Juni) die besten Juniorinnen – unter anderem die starke Ückeratherin Nina Hemmer –, doch bei den Frauen ist so ziemlich alles am Start, was international Rang und Namen hat. "Abgesagt haben aus verständlichen Gründen nur die Japanerinnen und die Schwedinnen, die zurzeit im Trainingslager in China sind", sagt der am Bundes- und Landesstützpunkt in Dormagen beschäftigte Trainer Heinz Schmitz.

Kanada kommt mit einer Top-Mannschaft, allen voran Olympiasiegerin Carol Hunyh. Deren Weg zum Turniersieg in Dormagen hatte das Publikum im Vorjahr zu begeistern gewusst. Ihre Landsfrauen Tonya Verbeek, bei Olympischen Spielen mit Silber (2004) und Bronze (2008) dekoriert, und Martine Dugrenier, von 2008 bis 2010 dreimal in Folge Weltmeisterin, stehen ebenfalls für höchste ringerische Kunst. Insgesamt 19 Nationen sind über Pfingsten in Dormagen zu Gast, darunter zum ersten Mal auch Schottland und Brasilien, das Rosângela Conceição auf eine der vier Matten schickt.

Ückerath ist bei den Kadettinnen durch die erst 15-jährige Michelle Kalek (Gewichtsklasse bis 56 Kilogramm) und Kimberley Grieß (65 kg), die bei günstiger Auslosung durchaus aufs Siegerpodest springen kann, vertreten. Der KSK Konkordia Neuss bietet in dieser Altersklasse Anna Holtz (70 kg), der mit gerade mal 15 Jahren die Zukunft gehören sollte, auf. Bei den Frauen tritt die seit kurzem 18 Jahre alte Laura Mertens (AC Ückerath) an. "Ein Platz auf dem Treppchen ist möglich, aber man sollte nicht zu viel erwarten", mahnt Schmitz. Ähnlich sieht das für ihre Vereinskolleginnen Franziska Ballas (51 kg) und Denise Schultheiß (67 kg) aus.

Ramona Ballas (59 kg) nutzt das Turnier nach ihrer langen Pause, um auf höchstem Niveau dringend benötigte Wettkampfpraxis zu sammeln, Natascha Ballas (55 kg) ist schwer an einem Platz unter den besten Drei gelegen. Im Vorjahr war sie Dritte. Der Neusserin Lisa Hug (72 kg) bietet sich durch die verletzungsbedingte Abwesenheit ihrer Konkurrentin Maria Müller (SV Lok Altenburg) die Möglichkeit, sich auf internationalem Parkett in Szene zu setzen. Schmitz: "Im Kampf um die Olympia-Qualifikation spricht im Moment noch die größere Erfahrung und die bessere Lobby für Maria Müller", weiß Schmitz, "aber Lisa ist gut drauf".

Als Service für die Zuschauer im Sportcenter werden die Punktestände erstmals auf einer großen Leinwand angezeigt.

(NGZ)