1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Ein Glanz wie zu Omas Zeiten

Korschenbroich : Ein Glanz wie zu Omas Zeiten

Mit Christbaumschmuck und alter Weihnachtsdekoration werden die Besucher des Kulturbahnhofs auf die bevorstehenden Feiertage eingestimmt. Über 800 Sammlerstücke zeigen, wie die Menschen früher feierten.

Korschenbroich Eine Punktlandung ist der ehrenamtlich tätigen Museumsleiter Dr. Rita Mielke (52) erneut mit der aktuellen Ausstellung geglückt. Bis zum 3. Januar — also noch an drei Sonntagen — können sich Besucher mit einem Hauch von Nostalgie auf die bevorstehenden Festtage einstimmen lassen. Mit über 800 Exponaten lässt die Sammlung von Heinz Lanzen (52) erahnen, in welchem Rahmen die Menschen ab Mitte des 19. Jahrhunderts das Fest der Feste feierten.

Er stammt aus dem Erzgebirge und gilt als der "wertvollste" Weihnachtsmann. Foto: NGZ

Und auch heute strömten wieder kleine und große Besucher in den Kulturbahnhof, um sich den historischen Schmuck "Aus Omas Weihnachtszimmer" aus nächster Nähe anzusehen. Dazu passte einmal mehr der Duft von Kaffee, Glühwein, Zimtsternen und Spekulatius — kredenzt von den Mitgliedern des Heimatsvereins.

Auch das gehört zur historischen Weihnachtsdeko: Charly Chaplin von 1920. Foto: NGZ

Unter der Federführung von Ulrike und Paul Strijbos wird der Museums- und Bistrobereich organisiert. Für Rita Mielke ein Phänomen: "An drei Sonntagen hatten wir schon über 250 Besucher." Und das lässt Erwin Fischermann hoffen. Der Vize-Vorsitzende des Heimatvereins ist sich sicher: "Wir knacken in diesem Jahr noch die 6000-Marke." Unterschiedliche Traditionen und Stile stehen im Blickpunkt: Hier reicht die Vielfalt von Dresdner Pappe, Glasschmuck aus Lauscha, Holzspielzeug aus dem Erzgebirge bis hin zu "Väterchen Frost" aus Russland. Die kleinen Schätze erzählen alle eine Geschichte: Sie geben Auskunft über die Familien, ihr soziales Umfeld, sie erzählen von Handwerker- und Heimwerkertraditionen und der frühindustriellen Fertigung von Weihnachtsschmuck. Obschon das Weihnachtsfest zu jeder Zeit zutiefst christlich geprägt ist, baut der Baumschmuck vielfach eine Brücke zu anderen Themen. Clowns-gesichter zieren ebenso die Anhänger, wie ein Abbild von Charly Chaplin aus dem Jahre 1920. Anhänger in der Forum eines U-Bootes, eines Segelschiffs, einer Trompete, eines Ankers — alles mit feinem Silberdraht umwoben — erinnern an Krieg und Kampf: ganz anders die vielen bunten Vögel, die beim ersten Hinschauen einen Hauch von Kitsch versprühen, anders wieder die Oblaten. Die Engelsabbildungen — wie große Glanzbilder hinter Glas, in üppige Goldrahmen gefasst — verströmen Ruhe, Sicherheit und erinnern an Abbildungen ganz alter Bibeln.

  • Korschenbroich
  • Korschenbroich
  • Korschenbroich

So wie der Baumschmuck aus Ur-Urgroßmutters Zeiten stammt, stammen auch die verschiedenen Nikoläuse und Weihnachtsmänner aus unterschiedlichen Regionen und Zeitfenstern. Sie sind zu Fuß unterwegs, schlicht und mit Rucksack und Rute bepackt oder rauschen mit dem Rentierschlitten heran. Wehmut kommt bei einem kleinen Karton auf: Der Feldpostbrief war Verpackung und Botschaft für einen kleinen Weihnachtsmann, der für den Liebsten an der Front bestimmt war.

(RP)