Die Grundschule Pesch entstand im Jahr 1968: Ein Fremdkörper zwischen Neubauten

Die Grundschule Pesch entstand im Jahr 1968 : Ein Fremdkörper zwischen Neubauten

Auswärtige Besucher oder Verkehrsteilnehmer, die vom baulichen Strukturwandel links und rechts der Kleinenbroicher Straße in den vergangenen zwanzig Jahren keine Ahnung haben, nehmen kaum die katholische Grundschule, die zwischen Neubauten fast wie ein Fremdkörper wirkt, zur Kenntnis.

Für die selbstbewusste Dorfgemeinschaft Pesch hingegen ist das Schulgelände nicht nur ein Stück Dorfgeschichte, sondern auch ein fester Bestandteil des Gemeinschaftsleben zwischen Dyckershof und Trietbach. In der vor einigen Jahren erschienenen "Chronik der Vereine und Verbände des Ortes" wird über die Entwicklung der 1870 gebauten Schule berichtet: Die Katholische Grundschule Pesch entstand im Jahr 1968 aus der ehemaligen katholischen Volksschule, die mit der Einrichtung der Hauptschule die Klassen fünf bis acht verlor.

Die ohnehin kleine Schule schrumpfte dadurch zunächst auf 100 Schüler und war Mitte der 70er Jahre mit einer Gesamtschülerzahl von 70 Kindern ernsthaft von der Schließung bedroht. Erst zu Beginn der 80er Jahre wurde die bereits angekündigte Auflösung durch massiven Widerstand der Eltern und des gesamten Stadtrates abgewendet. Inzwischen beherbergt die Schule 100 Kinder.

Die katholische Grundschule Pesch, so ist weiter nachzulesen, ist die kleinste der zehn Schulen der Stadt Korschenbroich. Sie liegt am Rande von Pesch, umgeben von Bauernhöfen, Wiesen und Ackerland. Die einst bestandenen Baulücken sind längst geschlossen. Ende 1960 wurde der Neubau der Schule mit eigener Gymnastikhalle errichtet und vor einigen Jahren erfolgte eine Generalsanierung des Schulgebäudes.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch das alte Feuerwehrgebäude - die Remise - vor der Schule abgerissen. Auf Eigeninitiative des Grundschul-Fördervereins und der Pescher Vereine wurde gleich neben der Grundschule ein Bolzplatz angelegt und der Pausen-Spielplatz neu gestaltet. In der Chronik heißt es weiter: Die Schule besitzt vier reine Jahrgangsklassen mit durchschnittlich 25 Kindern und je einen eigenen Klassenlehrer.

Eine evangelische Lehrkraft gewährleistet auch für die evangelische Kinder eine ordnungsgemäße religiöse Unterweisung. Die katholische Grundschule in Pesch ist eine Schule vor Ort, mit Schulmesse in der "eigenen" Pfarrkirche, mit im "eigenen" Kindergarten gewachsenen, überschaubaren Klassen, mit Lehrern, die jedes Kind persönlich kennen und mit ausreichend Raum für Pausenspiel und Sport - eine Schule, in der ein menschliches Klima herrscht und sich Kinder und Lehrer wohl fühlen.

Weil allerdings in grauer Vorzeit die Pescher um ihre Schule kämpfen mussten, macht der Historiker Dr. Jakob Bremer in seinem "Liedberg"-Buch deutlich: "Kaum irgendwo finden wir so viel Eifer und Opfersinn für die Schule wie in Pesch." Gut 32 Jahre mussten die Pescher um eine Stiftung kämpfen, die von der zuständigen Reichsfürstin festgehalten wurde.

Auch bis zum Bau der Schule 1870 mussten die Pescher kämpfen. An jene Zeit erinnert auch das Schulkreuz. Es ist laut Bremer ein Denkmal des frommen Sinnes, aber auch der Treue, mit der die Pescher die Schulstiftungen erfüllten. Das Schulkreuz diente den Lehrer und Kindern zum Rosenkranzgebet. P. Mabe

(NGZ)
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