Lokalsport: Ein Dutzend Kandidaten für Rio 2016

Lokalsport : Ein Dutzend Kandidaten für Rio 2016

Trotz drastisch gesunkener Zinseinnahmen aus dem Stiftungskapital stellen die Sparkassenstiftung Sport und der Rhein-Kreis Neuss wieder ein "Perspektivteam" für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro auf die Beine.

Bis in Rio de Janeiro das olympische Feuer entzündet wird, sind es noch 617 Tage. Höchste Zeit, den Olympiakandidaten aus dem Rhein-Kreis eine verstärkte Förderung angedeihen zu lassen, findet Jürgen Steinmetz. Deshalb werden ab Januar ein Dutzend Athletinnen und Athleten zusätzlich zu ihrer laufenden Förderung 150 Euro monatlich erhalten.

"Und das, so lange sie eine realistische Chance haben, in Rio dabei zu sein," sagt der stellvertretende Landrat, "wir wollen bewusst den Weg zu einer Olympia-Teilnahme fördern und nicht erst dann einsteigen, wenn sich einer bereits qualifiziert hat." 2012 hatte das bestens funktioniert: Dank der Säbelfechter Nicolas Limbach, Max Hartung und Benedikt Wagner, Schwimmer Christoph Fildebrandt und Stabhochspringer Björn Otto (alle TSV Bayer Dormagen), der mit der Silbermedaille heimkehrte, war der Rhein-Kreis in London zahlenmäßig so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr vertreten.

Fildebrandt und Otto haben den Kreis verlassen, trotzdem sieht Thomas Schütz gute Aussichten, in Rio ähnlich kopf- und leistungsstark am Start zu sein wie in der britischen Metropole. "Wir kommen auf zwölf, vielleicht dreizehn Athletinnen und Athleten, die wir in unser 'Perspektivteam Rio 2016' berufen möchten", sagt der Leiter des Kreis-Sportamtes, der dazu die Kaderlisten der Fachverbände studierte und diverse Bundestrainer zu Rate zog. "Wobei die Teamstärke nach oben durchaus offen ist", sagt Steinmetz. Die Namen der Teammitglieder sollen Ende des Jahres bekannt gegeben werden, "an einem Termin, an dem möglichst viele von ihnen dabei sein können", so der Wunsch des stellvertretenden Landrats. "Gesetzt" sind die drei London-Fahrer Limbach, Hartung und Wagner, deren Förderung nach den Olympischen Spielen weiterlief.

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Die Gelder für die monatliche Förderung kommen aus dem Topf der Sparkassen-Stiftung Sport. Keine Selbstverständlichkeit, wie Sparkassen-Vorstandsmitglied Heinz Mölder betont: "Das war nur möglich durch den erhöhen Zuschuss des Kreises" - der ist für das Haushaltsjahr 2015 mit 70 000 Euro angesetzt. Denn die Sportstiftung leidet "wie alle Stiftungen" (Mölder) unter den aufgrund der niedrigen Sparzinsen drastisch gesunkenen Einnahmen aus dem jeweiligen Stiftungskapital. "Und ich fürchte, dass sich daran so bald nichts ändert - zumindest nicht zum Besseren", sagt Mölder.

Aus diesem Grund fährt die "Stiftung Sport" schon länger einen rigorosen Sparkurs: 2014 beliefen sich die Gesamtausgaben auf rund 147 000 Euro, das sind 65 000 Euro weniger als im "Rekordjahr" 2010, wobei die aktuelle Summe auch nur durch einen Griff in angesparte Rücklagen aufgebracht werden konnte. Für 2015 sind ähnliche Zahlen veranschlagt. Das Problem: "Wir haben einen deutlichen Anstieg der geförderten Kaderathleten", weiß Thomas Schütz, "was an sich ja sehr erfreulich ist", ergänzt Jürgen Steinmetz. Nur: Irgendwo müssen die Mittel für vier A-, 16 B- und drei Perspektiv-Kader herkommen, deren Förderung in diesem Jahr mit 43 000 Euro zu Buche schlug.

Ähnlich spannend wie die nach den Finanzen dürfte die Frage nach der künftigen personellen Zusammensetzung des Stiftungsvorstandes werden: Vorsitzender Karl Bongers (90) scheidet Anfang kommenden Jahres ebenso aus wie sein Stellvertreter Jürgen Steinmetz, der zum 1. März 2015 als Geschäftsführer zur Industrie- und Handelskammer (IHK) wechselt. Dann sind es noch 524 Tage bis Rio.

(NGZ)