Skaterhockey : Ein Derby ohne jede Gnade

In einem hart geführten, aber trotz der Kopfverletzung von Pascal Mackenstein selten unfairen Lokalduell der Skaterhockey-Bundesliga setzten sich die Uedesheim Chiefs gestern vor heimischem Publikum mit 11:7 (4:3, 4:2, 3:2) gegen die vom Abstieg bedrohten Crash Eagles Kaarst durch.

Nach dem Schlusspfiff im aufgeheizten Chiefs-Garden benötigte Peter Lehmann nur wenige Augenblicke, um den 11:7-Erfolg seiner Uedesheimer über den Lokalrivalen aus Kaarst richtig einzuordnen. Mit Blick auf den erfolgreichen Protest der Eagles nach deren 7:8-Hinspielniederlage stellte der Teammanager sichtlich geschafft, aber genüsslich lächelnd fest: "Wir haben die Kaarster in dieser Saison sportlich zweimal bezwungen."

Dabei hatte die Partie für die Hausherren mit zwei schlechten Nachrichten begonnen: Zum einen war es den seit Wochen extrem umtriebigen Adlern in den beiden Eishockeyspielern Udo Schafranski (trug auch schon mal das Trikot des Chiefs) und Jan Taube (spielte in der Jugend bei den Eagles) gelungen, quasi über Nacht weiteres Fachpersonal an Land zu ziehen. Zum anderen überraschten die kurzfristig per SMS informierten Schiedsrichter Trainer Wolfgang Hellwig darüber, dass seine Sperre doch noch nicht abgelaufen sei und er die Anlage am Norfer Weg umgehend zu verlassen habe. Das erzürnte die Gastgeber zwar sehr, doch, "um nicht einen weiteren Protest zu riskieren, haben wir uns gefügt", erklärte Lehmann.

Den allemal verständlichen Ärger wussten die Häuptlinge indes in positive Energie umzusetzen, denn durch Treffer von Robert Linke und Verteidiger Stephan Kreuzmann (in Überzahl) lagen sie bereits in der zweiten Minute mit 2:0 vorne. Dass beide Torschützen gemeinsam mit Marco Hellwig und Tim Schmitz der famosen ersten Reihe angehörten, war kein Zufall. Auf das Quartett gingen am Ende acht der elf Uedesheimer Treffer. Die Gäste kamen ihrem Ruf, niemals und unter gar keinen Umständen aufzugeben, jedoch in eindrucksvoller Manier nach. Selbst klare Rückstände (1:4/12., 4:8/37.) nahmen ihnen nichts von ihrem Elan.

Besonders gut in Szene zu setzen wusste sich beim Debüt Jan Taube. Der groß gewachsene Stürmer, der den Kaarstern ebenso wie Schafranski bis zum Saisonende erhalten bleiben wird, deutete mit seinen beiden Toren zum Einstand an, wie er den weiterhin nur zwei Punkte vom rettenden Ufer entfernten Adler helfen könnte. Weil gestern in Thimo Dietrich und Christian Perlitz wertvolle Unterstützung fehlte, ging die Rechnung freilich noch nicht auf. Otten hatte aber auch noch eine weiteren Grund für die bittere Niederlage gefunden. "Wir kassieren einfach zu viele Treffer. Wenn du dir elf Tore fängst, musst du zwölf machen, um so ein Spiel noch zu gewinnen – das geht nicht." Ein ganz übles Ende fand die Partie für Pascal Mackenstein. Nach einer harten Attacke des nach gut zweimonatiger Pause deutlich übermotiviert wirkenden Kapitäns Marcel Mörsch blieb der Kaarster auf dem Boden liegen. Da er über Schmerzen am Hinterkopf klagte, konnte er nicht bewegt werden, was zu einer halbstündigen Spielunterbrechung führte. Der herbeigerufene Notarzt ließ den Verletzten mit einer speziellen Trage abtransportieren.

(NGZ)