Korschenbroich : Ein Bund der Landwirtschaft

Im Gartenbaubetrieb von Christoph Schönges wurde gestern der Verein "Agrobusiness Niederrhein" vorgestellt. Er möchte regionale Produkte als eigenständige Marke etablieren. Christoph Schönges ist vom Erfolg überzeugt.

Besser hätte es kaum laufen können. "Vorausgesetzt man ist drinnen", sagt Christoph Schöngens und lacht. Unaufhörlich trommeln dicke Regentropfen auf die Gewächshausdächer seines Gartenbaubetriebs in Schlich. Das Wasser verwertet er weiter: Der Regen wird gesammelt und später zur Bewässerung der Pflanzen in den Gewächshäusern genutzt. 1,5 Millionen Liter können dafür in einem Becken aufgenommen werden. Doch gestern steht Christoph Schöngens nicht zwischen Tausenden von Stecklingen im Gewächshaus, um über die moderne Technik zu reden. Er spricht über den Verein "Agrobusiness Niederrhein" – und findet nur lobende Worte.

Der Verein ist kürzlich aus der bisherigen Netzwerkinitiative "Agrobusiness Niederrhein" hervorgegangen. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss in der Region ansässiger Unternehmen, vor allem aus den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau, Nahrungs- und Genussmittelerzeugung. Ziel ist der Austausch untereinander, die Verbesserung der Effizienz – zum Beispiel im Bereich Logistik – und die Steigerung der Qualität niederrheinischer Produkte. Vereinsvorsitzender ist Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Nettetal. Mit Geschäftsführerin Martina Reuber und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke besuchte er gestern Schönges' Betrieb – auch um den Verein in Korschenbroich und Umgebung bekannter zu machen.

Denn Christoph Schönges ist im Rhein-Kreis Neuss noch so eine Art Vorreiter. Im vergangenen Jahr hat er bei Agrobusiness Niederrhein "reingeschnuppert", vor kurzem ist er als Mitglied eingetreten. Insgesamt hat der Verein 82 Mitglieder, die meisten aus den Kreisen Kleve und Viersen. "Aus dem Rhein-Kreis Neuss sind bislang weniger als zehn Betriebe dabei", sagt Martina Reuber. Das soll sich ändern.

Der Verein hat vor, das Regionalmarketing für am Niederrhein erzeugte Produkte zu stärken. Die Lizenzvergabe für die Marke "Natürlich Niederrhein" ist jetzt angelaufen. "Man spricht immer von einem Europa der Regionen", sagt Christian Wagner. "Wir sind überzeugt, dass die Verbraucher in Zukunft verstärkt Wert auf die Herkunft von Produkten legen", meint er. "Die Marke ,Natürlich Niederrhein' wird dabei an Bedeutung gewinnen. Da bin ich sicher."

Christoph Schönges möchte daran teilhaben. "Alleine durch den Austausch im Verein profitiere ich als Unternehmer", sagt er. Dann führt er die Besucher durch den Betrieb. Das Cabrio-Dach, das sich über dem Gewächshaus öffnen lässt, bleibt aber geschlossen. "Zu viel Regen", sagt Schönges. Das Sammelbecken füllt sich derweil.

(NGZ)