Jüchen : Ehre für den König der Bütt

Herman-Josef Maaßen begeistert sich für den Karneval in Gierath-Gubberath. Seit 20 Jahren trägt er bei der KG Büttenreden vor. Bei der großen, vierstündigen Galasitzuung wurde er von 300 Jecken als Ehrenmitglied bejubelt.

Gierath-Gubberath "Kölsche Nacht und Fasteleer, feiern fällt uns niemals schwer": So stimmten sich die Jecken der Karnevalsgesellschaft (KG) Rot-Weiß jetzt auf die tollen tage ein: 300 Zuschauer erlebten Humor, Musik und gute Laune im Festzelt an der Gubberather Straße.

Seit ihrer Gründung 1937 setzen die Narren ganz auf "handgemachten" Karneval. Büttenredner, Tänzer und Show-Acts aus den eigenen Reihen sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Nur die beiden Kölner Mundart-Bands "Hätzblatt" und "Die Kölsche Römer" hatte die KG verpflichtet. "Mit diesem Konzept können wir uns wieder über steigende Besucherzahlen freuen", sagte Schriftführer Thomas Müller.

"Ich liebe den Karneval"

Einer, der seit mehr als 20 Jahren im Zentrum des närrischen Treibens im Doppeldorf steht, ist Hermann-Josef Maaßen. Zwar kommt der 67-Jährige aus Kaarst-Büttgen, doch sein Mitgliedsantrag hat er bei der Gierath-Gubberather KG unterschrieben. "Bei uns ist Hermann-Josef Maaßen Mitglied – das ist etwas ganz Besonderes", sagte Rolf Schwittay, Geschäftsführer des Karnevalsvereins. In den umliegenden Städten und Dörfern ist Maaßen gern gebuchter Büttenredner – auch bei der großen Galasitzung ließ er erneut seine Meisterschaft in der geschliffenen Rede funkeln. Eine Besonderheit für ihn: Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt – ebenso wie Theo Dierkes, der seit 44 Jahren Mitglied der KG ist.

"Ich liebe den Karneval", sagt Maaßen. "Und weil der Straßenkarneval zu laut, zu kalt und zu dreckig ist, bin ich gerne bei Sitzungen." Stolz ist der Reimredner nicht nur auf seinen Ehrenorden, sondern vor allem darauf, dass seine Reden "sauber" sind – wenn Hermann-Josef Maaßen auftaucht, muss niemand ein Zoten-Bombardement fürchten. Ein ausgestopfter Bauch, ausladende Gesten, komische Mimik, brillante Intonation – das ist Hermann-Josef Maaßen. Aber:. "Ich komme zwar nicht aus einer Karnevalsfamilie", verrät er. "Obwohl ich bereits in der Schule Gedichte geliebt habe. Wir mussten damals noch Schillers ,Lied von der Glocke' auswendig lernen." Später habe er begonnen, selbst zu reimen – der erste Schritt in die Bütt. Jetzt hielt er eine flammende Rede über die guten Vorsätze und Diät: "Schwerer wird man immer leicht, leichter wird man immer schwer."

Neben "Hätzblatt" und "die kölschen Römer" ließen auch das Tanzpaar Judith und Tine Engels die Fetzen fliegen – ebenso wie die kleine Tanzgarde und die Minifünkchen. Für gute Laune sorgten auch Heinz-Gerd Schröder und Volker Strerath.

(NGZ)
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