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Korschenbroich: EC-Karten-Betrüger plündern Kundenkonten

Korschenbroich : EC-Karten-Betrüger plündern Kundenkonten

Betrüger haben in einem Geschäft in Korschenbroich unbemerkt ein EC-Karten-Gerät manipuliert. Über die Feiertage hoben sie Geld ab.

Der Schock kam während der Feiertage. Als der Korschenbroicher seine Kontoauszüge durchschaute, stockte ihm der Atem. Gleich mehrmals wurden von seinem Konto Beträge aus dem Ausland abgebucht, unter anderem aus der Dominikanischen Republik. Nur: Da ist er gar nicht gewesen. "Das Geld wurde von Kreditkartenbetrügern abgebucht", sagt der Mann. Da er Opfer eines Verbrechens wurde, möchte er lieber anonym bleiben. Inzwischen aber weiß er, dass er nicht das einzige Opfer der Betrüger ist. Die Kripo ermittelt. Das erklärte Polizeisprecher Hans-Willi Arnold gestern auf Anfrage unserer Redaktion.

Insgesamt haben Unbekannte in Korschenbroich die Bankdaten von 180 Sparkassenkunden ausgespäht. Das bestätigt Dietmar Mittelstädt, Vorstandsmitglied der Sparkasse Neuss. "Von 20 Konten wurde bislang unerlaubt Geld abgebucht", sagt er. Mittelstädt spricht von einigen Hundert Euro pro Konto. Die Höhe variiere zwischen 80 und 400 Euro. Zum eigentlichen Hergang kann der Korschenbroicher Banker nichts sagen. Sowohl Kunden als auch die Polizei nahmen – wie gestern bekannt wurde – mit dem Geldinstitut am Donnerstag Kontakt auf. "Fest steht bislang nur, dass die Täter Duplikate der Magnetstreifen der EC-Karten hergestellt haben."

Die Abbuchungen selbst wurden laut Mittelstädt in Ecuador und der Dominikanischen Republik vorgenommen. Allerdings geht er davon aus, dass der Spuk jetzt ein Ende hat: "Wir haben sofort alle 180 Konten weltweit gesperrt und parallel dazu die Kunden informiert. Sie wurden angerufen, um jedweden Zeitverzug auszuschießen."

Warum sich die unbekannten Datenbetrüger Länder wie unter anderem die Dominikanische Republik ausgesucht haben, erklärt der Sparkassen-Vorstand mit der Technik. Im europäischen Ausland seien alle EC-Karten längst auf eine Chip-Technik umgestellt und daher für den Kunden sicher. In Staaten wie der Dominikanischen Republik erfolge die Abrechnung aber nach wie vor über den Magnetstreifen.

Die Opfer der Betrüger erhalten von der Sparkasse nun zeitnah und kostenfrei neue EC-Karten. Und noch eines betont Mittelstädt: "Wir übernehmen automatisch die Erstattung." Für derartige Fälle gebe es einen zentralen Schadensfonds im Finanzwesen. Um die Kunden vor weiteren Unannehmlichkeiten zu bewahren, wird die Sparkasse Neuss zum Jahresanfang eine Sammelanzeige bei der Polizei erstatten: "Die Kunden sollen so wenig Stress wie möglich haben. Der Vorfall ist für alle ärgerlich genug", stellt Mittelstädt klar.

Überrascht reagierte auch die Geschäftsführung des betroffenen Geschäfts, als am Donnerstagmorgen die Polizei bei ihr im Büro stand. Kunden hatten Anzeige erstattet, so war der Datenklau überhaupt erst aufgefallen. "Ein EC-Gerät wurde von bislang Unbekannten manipuliert", erklärte die Assistentin der Geschäftsführung. Dass dem Datenbetrug ein Einbruch vorausgegangen sein muss, scheint mittlerweile so gut wie sicher: "Wir haben davon nichts bemerkt, aber die Recherche deutet darauf hin."

(NGZ)