Skaterhockey : Eagles bangen um Bundesliga

Nach der Niederlage im letzten Spiel der regulären Runde der Skaterhockey-Bundesliga steht fest: Die Crash Eagles Kaarst müssen in die Relegation gegen Essen. Doch wie würde der Traditionsverein einen Abstieg verkraften?

Als sich abzeichnete, dass es im Rennen um einen Startplatz in der neuen eingleisigen Skaterhockey-Bundesliga eng werden könnte, meldeten sich auch bei den Crash Eagles Kaarst die Zweifler zu Wort.

So wurde kurzfristig überlegt, für die wichtigen Spiele im Kampf um einen direkten Qualifikationsplatz (1. bis 5.) noch mal mit ein paar erfahrenen Spielern personell nachzulegen. Schließlich haben die Eagles als Gründungsmitglied der Bundesliga (1994) und zweifacher Deutscher Meister (1997, 1998) einen Ruf zu verlieren.

"Doch letztlich sind wir uns nach heftigen Diskussionen einig gewesen, dass wir den vor drei Jahren eingeschlagenen Weg nicht unterbrechen wollen", betont Eagles Vorsitzender Wolfgang Dietrich und meint damit die gezielte Forcierung der Nachwuchsarbeit. Die hatte auch Folgen für die Bundesligatruppe, in der statt auf fertige Spieler von der Konkurrenz verstärkt auf talentierte Junioren gesetzt wurde.

In Luca Linde, Jannik Marke und Lars Neuhausen mauserten sich drei von ihnen schon zu Leistungsträgern. Als Lohn wurde das Trio jetzt für die Junioren-Nationalmannschaft nominiert, die am kommenden Wochenende im niederländischen Zaandam ihren EM-Titel verteidigen möchte. "Bei dieser Entwicklung können wir doch nicht hingehen und die Jungs auf die Bank setzen, wenn es ein bisschen brenzlig wird. Die jungen Spieler haben unser volles Vertrauen", erklärt Dietrich.

Das hat allerdings dazu geführt, dass die Crash Eagles am letzten Spieltag der regulären Meisterschaftsrunde in der Südgruppe durch eine knappe Niederlage gegen die Düsseldorf Rams auf den sechsten Platz abgerutscht sind. So müssen sie wahrscheinlich Ende Oktober, die genauen Termine stehen noch nicht fest, in zwei Relegationsspielen gegen die Rockets Essen, Sechster der Nordgruppe, einen noch freien Platz in der Bundesliga ausspielen. Der Verlierer muss in 2. Liga herunter.

"Das wollen wir natürlich unter allen Umständen verhindern, denn damit wäre ein großer Renommee-Verlust verbunden", gesteht Dietrich, der seinen Verein allerdings auch für den Fall des Abstiegs gut gerüstet sieht.

Der Vertrag mit einem Hauptsponsor ist langfristig angelegt, aber auch zu den anderen Geldgebern sind die Verbindungen nach Dietrichs Meinung so eng, dass sie ihr Engagement nicht alleine vom Verbleib in der Bundesliga abhängig machen.

Zudem gibt es Zusagen von allen Beteiligten, dass sie bereit wären, dem Verein die Treue zu halten, um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Dietrich: "Und ich bin mir sicher, dass unsere junge Mannschaft mit einem zusätzlichen Jahr Erfahrung das Potenzial hat, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen."

(NGZ)