Durchfall-Virus ist vor Topspiel auch für die TG Neuss Tigers ein Thema

Basketball : Durchfall-Virus ist auch für Tigers ein Thema

Basketballerinnen der TG bereiteten sich in der Sporthalle des betroffenen Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums aufs Topspiel vor.

Weihnachten steht vor der Tür – aber nicht für die in der 2. Bundesliga Nord beschäftigten Basketballerinnen. So müssen zum Beispiel die TG Neuss Tigers vor Heiligabend noch zweimal ran: Am Samstag (Anpfiff 17.30 Uhr) geht es im Heimspiel gegen den punktgleichen Tabellenzweiten BG 89 AVIDES Hurricanes um einen Platz in den Play-offs, eine Woche später (21. Dezember) kommt das Schlusslicht ChemCats Chemnitz an den Rhein (16 Uhr).

Obwohl seine Mädels zuletzt drei Siege aneinanderreihten, geht Trainer John F. Bruhnke nicht ganz sorgenfrei ins Topspiel gegen Rotenburg/Scheeßel, denn Teile der Mannschaft könnten sich mit dem Norovirus angesteckt haben. Nach rund 200 gemeldeten Erkrankungen am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium – mit der angeschlossenen Elmar-Frings-Sporthalle Spiel- und Trainingsstätte der Tigers – war die Einrichtungen nämlich am Mittwoch geschlossen und mit aufwendigen Reinigungsmaßnahmen begonnen worden. „Ich hoffe sehr, wir haben nichts mitgenommen“, sagt Bruhnke, „die Inkubationszeit soll ja bis zur 50 Stunden betragen.“  Aber auch wenn bis gestern Morgen keine seiner Spielerinnen über Erbrechen oder Durchfall klagte, kommen von der personellen Front weitere schlechte Nachrichten: Leonie Prudent, beim Sieg am vergangenen Wochenende in Osnabrück bis zur Halbzeitpause erfolgreich als Notnagel im Einsatz, fällt mit ihrer dabei erlittenen Wadenmuskelzerrung definitiv aus. Auch Lisa Spießbach (Zahnprobleme) muss wiederum passen. Weil Rekonvaleszentin Inga Krings nur eingeschränkt einsatzfähig ist und die auch in der Zweitvertretung benötigten WNBL-Mädchen wegen einer Doppelansetzung ausfallen könnten, stehen dem Coach für Samstag im Moment nur acht fitte Tigers zur Verfügung.

Dabei dürfte es gegen die Hurricanes nur Vollgas geben, schätzt Bruhnke den Gegner doch als „starke und ausgeglichen besetzte Mannschaft mit einem guten Trainer“ ein. Davon konnten sich die Neusserinnen schon in der zweiten Runde des DBBL-Pokals überzeugen. Eine Woche vor dem Liga-Start unterlagen die Tigers in Rotenburg mit 62:64 – durch einen spektakulären Buzzer Beater von Pia Mankertz in der Schlusssekunde. Vor der 29-Jährigen, mit 17,4 Punkten im Schnitt Topscorerin ihres Teams, warnt Bruhnke darum ausdrücklich: „Das ist eine Spielerin, die wirklich nie aufgibt.“ Aus der homogenen Truppe seines Kollegen Christian Greve pickt er noch zwei weitere Fachkräfte heraus: US-Girl Kama Griffitts, im Schnitt für 16,3 Punkte gut, hat er als „sehr gute Dreierschützin“ kennengelernt, „aber sie ist in ihrem Spiel sehr variabel.“ Um die 1,92 Meter großer Kanadierin Rebecca Nash (8,3 Punkte im Schnitt) zu beschreiben, genügen dem Neusser Trainer vier Wörter: „eine sehr stabile Centerin.“ Hauptrollen besetzten bei den Gästen zudem Mirja Beckmann (9,1) und Hannah Pakulat (5,6). Die zum Kader zählenden Talente Lotta Stach, Genevive Wedemeyer und Louisa Moritz sind mit der U18-Nationalmannschaft international für Deutschland im Einsatz.

Über die in Rotenburg verwurzelte Franziska Worthmann pflegen die Neusserinnen freundschaftliche Kontakte zu den Hurricanes. Die zwei Punkte will Bruhnke jedoch am Rhein behalten. Damit das klappt, habe er, verrät er schmunzelnd, „beim Advendssingen eine Kerze angezündet.“