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DTB German Men's Series beim Tennisclub Blau-Weiss Neuss

Tennis : Am Ende gibt es dann doch noch einen Favoritensieg

Yannick Hanfmann gewinnt Tennisturnier der German Men’s Series in Neuss und erreicht wie Finalgegner Mats Rosenkranz das Halbfinale in Büderich.

Gäbe es keine anderthalbwöchige Turnierpause, Yannick Hanfmann könnte gleich im Rhein-Kreis bleiben. Denn nach seinem Sieg bei der Zwischenrunde der  German Men’s Series in Neuss steht der 28-Jährige, der auf der Tennis-Weltrangliste auf Position 143 geführt wird, im Halbfinale des vom Deutschen Tennisbund (DTB) aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig aus der Taufe gehobenen Einladungsturniers, das schon mit einer Vorrunde beim TC Blau-Weiss Neuss an der Jahnstraße Station machte.

Denn dieses Halbfinale wird vom 9. bis 12. Juli im Sport- und Tennisresort Meerbusch am Büdericher Hülsenbuschweg ausgetragen (Infos und Kartenreservierungen unter www.meerbusch-tennis-open.de). „Es wird ein fantastisches Teilnehmerfeld hier in Meerbusch aufschlagen“, kündigt Ausrichter Marc Raffel in seiner gewohnt euphorischen Art an. Neben Yannick Hanfmann und seinem Neusser Finalgegener Mats Rosenkranz haben sich aus den anderen drei Zwischenrunden Yannick Maden und Oscar Otte (Platz eins und zwei in Mülheim an der Ruhr), Cedrik-Michael Stebe und Daniel Masur (Platz eins und zwei in Oberhaching) sowie Maximilian Marterer und Kevin Krawietz (Platz eins und zwei in Großhesselohe) für das Halbfinale qualifiziert.

Siegerehrung: Yannick Hanfmann, BW-Geschäftsführer Bernhard Rüsing, Mats Rosenkranz, Tennisverbands-Präsident Dietloff von Arnim (v.l.). Foto: Werner Peschkes

„Die Ausrichter des Halbfinales in Meerbusch und alle Tennisfans vor dem Livestream können sich auf hochklassige Partien freuen,“ sagt Michael Kohlmann. Der Teamchef des Deutschen Daviscup-Teams ist mit dem bisherigen Turnierverlauf zufrieden: „Die Zwischenrunde hielt vor allem auch ein paar Überraschungen bereit. Das zeigt, wie hoch das Niveau der Matches ist und dass viele gute Spieler dabei sind.“

Eine solche Überraschung hatte es am Freitag an der Jahnstraße im letzten Gruppenspiel gegeben, als sich der an Nummer eins gesetzte Yannick Hanfmann glatt mit 3:6, 4:6 gegen Mats Rosenkranz geschlagen geben musste. Der 21 Jahre alte Essener, überhaupt nur wegen der Verletzung seines ebenfalls beim TC Bredeney spielenden Teamkollegen Mats Moraing ins Turnier gerückt und auf der Weltrangliste nur an Position 550 geführt, hatte bereits in der Vorrunde mit seinem Sieg über Daviscup-Spieler Jan-Lennard Struff überrascht. Die Nummer 36 der Weltrangliste hatte sich vor der Zwischenrunde aus der Turnierserie verabschiedet, um sich stattdessen auf den für August geplanten Neustart der ATP-Tour vorzubereiten.

Für Hanfmann und Rosenkranz bedeutete der Zwei-Satz-Sieg des Außenseiters ein „Wunschergebnis“, bescherte er beiden doch den Einzug ins „Endspiel“ am Samstag. Auch in dem tat sich Yannick Hanfmann zunächst schwer, verlor den ersten Satz mit 4:6, um mit 6:4, 6:4 dann doch noch für einen Favoritensieg zu sorgen. Platz drei sicherte sich Daniel Altmaier durch ein 6:4, 7:5 über Christoph Negritu, den Sieg in der Bonusrunde holte sich Sebastian Fanselow (6:3, 6:2 über Constantin Schmitz), der in seinen vier Spielen ohne Satzverlust blieb.

Ausrichter Blau-Weiss Neuss zieht nach den insgesamt 48 Matches der Vor- und Zwischenrunde eine positives Bilanz: „Diese Turnierreihe bringt den Vereinen Aufmerksamkeit auch bei potenziellen Unterstützern und Sponsoren,“ sagt Vorsitzender Abraam Savvidis, „und es wurde gutes Tennis geboten.“ Der ohnehin auf 100 Personen pro Tag begrenzte Zuschauerandrang hielt sich ohne ein „Zugpferd“ wie Jan-Lennard Struff allerdings in Grenzen.