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Korschenbroich: DRK will 30 "Defi"-Stationen

Korschenbroich : DRK will 30 "Defi"-Stationen

Korschenbroich hat dem plötzlichen Herztod den Kampf angesagt: Die Stadt setzt auf Defibrillatoren. Die kleinen Lebensretter sollen jetzt stadtweit installiert werden. Vereine und Kaufleute unterstützen die freiwillige Aktion.

Mehr als 30 Vereinsvertreter drängten jetzt in Steinforth auf den Schulhof — ob Schützen, Bruderschaftler, Kirchenvorstand, Mitglieder der Dorfgemeinschaft oder des Turnvereins. Alle wollten bei der Montage des ersten Defibrillators im Doppeldorf dabei sein. Während DRK-Geschäftsführerin Karin Scheffler andächtig den kleinen Kasten mit beiden Händen umklammerte, brachte Andreas Humpesch die Bohrmaschine in Gang. Innerhalb weniger Minuten war das Handwerkliche erledigt, der Defi in der neuen Halterung im Eingangsbereich der Alten Schule verstaut.

"Mit der Montage nehmen wir den Kampf gegen den Herztod in unserer Stadt offensiv auf", begrüßt Vize-Bürgermeister Dietmar Ibach die freiwillige Aktion, zu der sich Korschenbroichs Vereine bereits im Frühjahr bekannt hatten. Auch Geschäftsleute, Unternehmer und Sponsoren unterstützen das Modellprojekt.

Anstoß kam vom Bürgermeister

Der Anstoß zu dieser Initiative kommt von Bürgermeister Heinz Josef Dick. Er hatte beim DRK-Vorsitzenden Dietmar Mittelstädt eine "flächendeckende Versorgung des Stadtgebietes mit Defis" angeregt. Dick, regelmäßiger Besucher der Herzseminare — eine Aktion der Deutschen Herzstiftung und unserer Zeitung — ist von dem kleinen Lebensretter überzeugt: "Ich habe von Professor Haude gelernt, im Ernstfall muss alles ganz schnell gehen."

Und dass auch der Defibrillator im Ernstfall von jedem Laien eingesetzt werden kann, zeigte Christopher Pesch (19) sehr anschaulich. Der Defi soll den plötzlichen Herztod verhindern. Er ist sprachgesteuert und leicht im Umgang. Wenn das Gerät eingeschaltet ist, wird der Patient vom Ersthelfer mit den beiden Klebeelektroden verbunden. Sofort erfolgt die automatische Rhythmusanalyse durch das Gerät selbst. Nur, wenn ein Rhythmus vom Defibrillator als Kammerflimmern erkannt wird, wird der Helfer zur Schockauslösung aufgefordert.

"Der Helfer kann wirklich nichts falsch machen", versichert DRK-Geschäftsführerin Karin Scheffler immer wieder. Und wann kommt der Defi zum Einsatz? Bei plötzlicher Bewusstlosigkeit oder Herzstillstand. Die Ursache ist oftmals Kammerflimmern.

Zu den bereits sechs privaten Defi-Stationen will die Vereinsinitiative 14 weitere — für alle Bürger zugänglich — installieren. Bis zum Jahresende soll es zunächst 20 Anlaufstellen geben. Das reicht dem DRK nicht. "Wir haben uns die Zahl 30 zum Ziel gesetzt", sagt DRK-Schatzmeister Raimund Steigels und hofft auf eine "außergewöhnlich hohe Abdeckung". Dafür hat er beim Hersteller auch einen Super-Sonderpreis ausgehandelt.

(NGZ/rl)