Jüchen : Drittes Familienzentrum geplant

Knapp 400 000 Euro wurden in den Umbau der Kita "Villa Kunterbunt" investiert. Sie bietet künftig nicht nur Platz für eine vierte Gruppe, sondern will sich auch als Familienzentrum zertifizieren lassen.

Die Kinder aus der Mäuse-, Bären- und Pinguin-Gruppe können Abschied nehmen von den Bauarbeitern. "Bis auf Restarbeiten ist der Umbau der Kindertagesstätte ,Villa Kunterbunt' abgeschlossen", sagt Technischer Beigeordneter Oswald Duda. Die bisher dreizügige Einrichtung ist um- und ausgebaut worden. Hier wurden neue Plätze für Kinder unter drei Jahren und Räume für das künftige Familienzentrum geschaffen.

Weitere U3-Betreuungsplätze entstehen aktuell an einigen kommunalen und kirchlichen Einrichtungen in Jüchen. An der Rektor-Thoma-Straße wurde das Erdgeschoss umgebaut, so dass jetzt ein neuer Gruppenraum und ein Nebenraum für eine vierte Gruppe entstanden sind. Insgesamt 230 000 Euro – davon 144 000 Euro vom Landschaftsverband und 34 000 Euro vom Rhein-Kreis Neuss – wurden dafür ausgegeben. "Im Dachgeschoss wurden 161 000 Euro aus dem Konjunkturpaket II in Veranstaltungsräume investiert", erläutert Oswald Duda.

Künftig wird es eine vierte Gruppe in der "Villa Kunterbunt" geben, ein Tiername wird gesucht. Bis zu 80 Plätze werden Silke Haenen und ihr Team vergeben können, davon 15 U3-Plätze. Ab Sommer werden wieder Kinder aufgenommen.

Der Umbau und die neuen Räume für Kinder unter drei Jahren waren laut Leiterin Silke Haenen (43) die Voraussetzungen dafür, "dass sich die KiTa als Familienzentrum des Landes NRW zertifizieren lassen kann." Allerdings sei dieser Prozess – von der Planung bis zur endgültigen Zertifizierung – durchaus langwierig: Dazu gehören unter anderem ein pädagogisches Konzept und eine Vernetzung mit anderen Institutionen und Einrichtungen.

"Wir bereiten bereits jetzt die Zertifizierung vor, indem wir unterschiedliche Angebote für Eltern und werdende Eltern unterbreiten", erläutert Haenen. Bereits in der Vergangenheit habe es immer wieder Kurse gegeben, zuletzt in Kooperation mit dem Kreisjugendamt zum Thema Sprache. Jetzt sollten diese Angebote regelmäßiger und mit einem breiteren Spektrum erfolgen: "Sowohl Schwangere als auch Eltern mit älteren Kindern sollen sich hier in der KiTa informieren können", sagt Haenen.

"In frühestens einem, spätestens zwei Jahren" wolle sich die Einrichtung als Familienzentrum bewerben. Die Zertifizierung selbst werde rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Damit könnte die Einrichtung an der Rektor-Thoma-Straße nach dem katholischen Familienzentrum St. Pantaleon in Hochneukirch und dem Familienzentrum Montessori Kinderhaus in Stessen das dritte Famlienzentrum im Gemeindegebiet werden.

(NGZ)