Basketball : Dritter Streich der TG-Mädels

Mit der besten Leistung in dieser Saison fertigten die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen vor heimischem Publikum die Lady Dolphins Bielefeld 67:47 ab und sicherten sich damit auch den vielleicht noch wichtigen direkten Vergleich.

Dieses war der dritte Streich, doch der vierte ... Folgen die Basketballerinnen der TG Neuss weiterhin der von Wilhelm Busch Mitte des 19. Jahrhunderts verfassten Lausbubengeschichte Max und Moritz, sollte das mit dem Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga klappen. Dreimal bereits behielten die Mädels von Trainer Mathias Gierth in Duellen mit der unmittelbaren Konkurrenz im Abstiegskampf die Oberhand: Am Samstag schlugen die Neusserinnen nach Moabit Berlin (fügte Spitzenreiter Herner TC die erste Saisonniederlage zu) und den Rist Scala Ladybaskets auch die Lady Dolphins Bielefeld überaus deutlich mit 67:47 (Halbzeit 35:20).

Nach dem überraschend ungefährdeten Erfolg, der sogar noch viel höher hätte ausfallen können, gab es für den mit Recht beglückten Coach fast nichts auszusetzen: "Unsere Transition-Offense, das schnelle Spiel nach vorne, war sehr gut, die Team-Defense überragend. Wir waren besser, und das auf fast jeder Position." Von Beginn an strahlten die Gastgeberinnen pure Dominanz aus und lagen schon in der dritten Minuten mit 11:2 vorne. Die ziemlich überforderten Gäste fanden nur selten zu einem planvollen Spielaufbau – insgesamt 18 Mal (!) stibitzten die Neusserinnen (James/5, Hinker, Skrobek/je 4) Bielefeld den Ball.

Im zweiten Viertel, in das die TG mit einer 19:10-Führung gegangen war, dauerte es geschlagene fünf Minuten bis zum ersten Korb der Dolphins. Als der wiederum bärenstarken Kathrin Wischnitzki (elf Punkte vor der Pause) kurz darauf per Dreier das 28:11 (17.) gelang, war die Partie früh entschieden. Ungefähr dem gleichen Fahrplan folgte die zweite Hälfte. Einziger Wermutstropfen: Julia Kleen, die bis dahin ihr wohl bestes Spiel im Neusser Trikot abgeliefert hatte (16 Punkte, 7/9 Würfe, in 15:03 Minuten auf dem Feld), knickte böse um und humpelte auf die Bank. Sollte sie verletzt ausfallen, "wäre dieser Sieg wirklich teuer erkauft", unkte Gierth, setzt aber auf die Härte der Centerin: "Sie ist hart im Nehmen."

Gerade erst zurück nach fast einjähriger Zwangspause (Kreuzbandriss) ist Alexandra Höffgen. Die 18-Jährige deutete in 14:19 Minuten an, dass sie dem Team in den kommenden Wochen mit ihrer Präsenz (1,87 Meter), aber auch ihrer Spielstärke enorm helfen könnte. Mit Blick auf seine noch verletzte Kapitänin Caterina Skrobek (angerissenes Außenband im Sprunggelenk) kündigte Gierth schon mal an: "Wenn Cata zurückkommt, ist jedes Spiel offen." Dass seine Mädels, für die Kathrin Wischnitzki (19) am besten traf und Danina Skrobek die meisten Assists verteilte (5), gegen Ende des vierten Viertel angesichts des klaren Vorsprungs (64:38/37.) drei Gänge zurückschalteten, registrierte der Trainer mit leichtem Unbehagen: "Es soll keine denken, wir fangen jetzt schon an zu feiern. Nein, wir werden noch härter arbeiten – am Montag fangen wir an."

(NGZ)