1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Drei weitere DM-Medaillen für Dormagener Säbelfechter

Fechten : Drei weitere DM-Medaillen für Dormagen

Nach Matyas Szabo im Einzel gewann bei den Finals in Berlin auch das Dormagener Säbelteam Gold. Die Damen holten mit der Mannschaft Silber und Bronze im Einzel.

Als sich Olaf Kawald am Sonntagmittag ins Auto setzte, um von Berlin die Heimreise nach Dormagen anzutreten, zog er aus Sicht des Fechtsports allgemein mit Blick auf das Veranstaltungsformat „Die Finals“ ein zufriedenes Fazit. Die Fechter waren bei der dritten Auflage das erste Mal dabei. „Das Format ist richtig gut, auf dem Olympiagelände in Berlin war richtig etwas los und wir hatten eine tolle Präsenz im Fernsehen“, meinte der Cheftrainer und Sportliche Leiter der Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen. Auch sportlich war er zufrieden, selbst wenn die Damenmannschaft des TSV nach zwölf Deutschen Meisterschaften in Folge den Titel an den FC Würth Künzelsau abtreten musste. Dafür holte nach dem Einzeltitel von Matyas Szabo am Donnerstag das Herrenteam einen weiteren ersten Platz und im Damen-Einzel überraschte Liska Derkum mit Bronze.

„Natürlich wäre ich lieber Deutscher Meister bei den Damen geworden, aber man muss auch bedenken, dass drei der vier Fechterinnen aus Künzelsau bei uns am Bundesstützpunkt trainieren“, erklärte Kawald, der auch den Stützpunkt in Dormagen leitet. Hinzu kam, dass die Frauen des TSV ohne Anna Limbach auskommen mussten, die nach der Geburt ihres Kindes bewusst auf den Teamwettbewerb verzichtete. So entwickelte sich nach dem Dormagener 45:14-Halbfinalsieg gegen TuRa Büderich gegen Künzelsau in der Besetzung Lea Krüger, Larissa Eifler und Liska Derkum zunächst ein Gefecht auf Augenhöhe, in dem sich der FC mit den beiden EM-Teilnehmerinnen Lisa Gette und Julika Funke aber in der Mitte des Gefechts absetzte und mit 45:33 einen stattlichen Vorsprung ins Ziel bringen konnte.

  • Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin
    Fechten : Dormagener Matyas Szabo meistert Drucksituation
  • Nach ihrem Sieg bei der U23-EM
    Fechen : Dormagenerin verpasst EM-Medaille nur knapp
  • Die ersten Auftritte der neu formierten
    Fechten : Dormagener haben Paris im Hinterkopf

Besonders ärgerlich: Dormagens Nummer eins Larissa Eifler zog sich im Mannschaftswettbewerb eine Muskelverletzung zu, die sich im Einzel beim 15:10-Achtelfinalsieg gegen Lena Stemper (FC Würth Künzelsau) noch weiter verschlimmerte. Deswegen entschieden sich die Verantwortlichen, die nach den starken Auftritten im bisherigen Saisonverlauf als Mitfavoritin in den Wettbewerb gegangene Eifler mit Blick auf die WM im Juli aus dem Turnier zu nehmen. Auch die erfahrene Anna Limbach, die eigentlich im Einzel antreten wollte, musste wegen Krankheitssyptomen passen. Zudem fehlte auch die erkrankte Felice Herbon. So war der Weg im Kuppelsaal des Berliner Olympiaparks frei für Julika Funke, die im Finale ihre Vereinskameradin Anna-Lena Bürkert vom FC Würtk Künzelsau mit 15:9 besiegte. In der Vorschlussrunde hatte sie die Dormagenerin Liska Derkum mit 15:11 ausgeschaltet, die damit ihre erste DM-Einzelmedaille gewann.

Dennoch gab es für die erfolgsverwöhnten Dormagener noch einen weiteren Titel zu feiern. Die Männermannschaft wurde ihrer Favoritenstellung gerecht. Nach einem 45:32-Erfolg im Halbfinale gegen den FC Tauberbischofsheim ging es im Finale gegen die TSG Eislingen mit Frederic Kindler, der kurz zuvor bei dem EM in Antalya noch Kollege in der Nationalmannschaft gewesen war. Die Dormagener mit Matyas Szabo, Lorenz Kempf und Raoul Bonah gingen vom Start weg in Führung und setzten sich am Ende 45:36 durch. „Die Jungs waren super drauf“, meinte Olaf Kawald.