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Drei DM-Titel für den 91-jährigen Herbert E. Müller aus Dormagen

Leichtathletik in Dormagen : Herbert E. Müller holt mit 91 die nächsten DM-Titel

Mit Blick auf seine Zeiten war der Senioren-Leichtathlet aus den Reihen des TSV Bayer Dormagen nicht zufrieden mit seinen Auftritten bei den nationalen Titelkämpfen. Doch ein Blick auf die internationale Konkurrenz relativiert den Leistungsabfall.

Dass Herbert E. Müller inzwischen auf die 92 zugeht, ist für ihn kein Grund, die Füße hochzulegen. Im Gegenteil, der Leichtathlet aus den Reihen des TSV Bayer Dormagen ließ es sich nicht nehmen, mit zweien seiner Vereinskameraden zu den Deutschen Senioren-Meisterschaften nach Baunatal zu reisen. Dass er dort seine DM-Titel 39 bis 41 holte, freute ihn zwar, doch sein Fokus liegt mittlerweile woanders.

„Kunststück, wenn fast gar keine Konkurrenz mehr da ist. Aber es geht mir weniger um die Zahl der Goldmedaillen als um eine möglichst gute Leistung“, meinte Müller mit Blick auf seine Ausbeute in Baunatal in der Altersklasse M90. Was deutlich zu erkennen ist: Müllers Zeiten haben sich im Vergleich zu 2020 klar verschlechtert. Bei seinem Sieg über 100 Meter, wo er in Wolfgang Reuter immerhin einen früheren Weltklasse-Athleten hinter sich ließ, kam er nach 20,12 Sekunden ins Ziel. Bei einem Wettkampf 2020 in Neuss hatte er die Strecke noch in 18,88 Sekunden absolviert. Auch bei den Erfolgen über 200 Meter in 42,79 Sekunden (40,16) und über 400 Meter in 1:53,82 Minuten (1:37,14) ging es langsamer zu. „Die Ursachen dafür sind der biologische Alterungsprozess, der coronabedingte Trainingsausfall und verschiedene gesundheitliche Probleme“, erklärte Müller. Mut macht ihm allerdings der Blick auf die internationale Konkurrenz, die offenbar mit ähnliche Problemen zu kämpfen hat. In der Weltjahresbestenliste nimmt der Bayer-Athlet die Ränge eins (400 Meter), zwei (200 Meter) und drei (100 Meter) ein.

In Baunatal gab es noch weitere Medaillen für TSV-Athleten. In der Altersklasse M85 nahm Fred Ingenrieth über 200 Meter Silber mit und Heinz-Georg Schmitz beendete das Kugelstoßen auf Rang drei.