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Dormagens zehn schwache Minuten gegen Gummersbach

2. Handball-Bundesliga : Dormagens zehn ganz schwache Minuten

Bei der klaren Niederlage der Zweitliga-Handballer des TSV im Mittelrheinderby beim VfL Gummersbach kam einiges zusammen. Kurzfristig verschärfte Personalprobleme, ein verpatzter Start in Hälfte zwei und überragende Gastgeber.

Mit einer Nacht Schlaf dazwischen hatte Dormagens Trainer Dusko Bilanovic die krachende 18:28 (10:12)-Niederlage seiner Zweitliga-Handballer im Mittelrheinderby beim Tabellenführer VfL Gummersbach schon mehr oder weniger abgehakt. „Die Situation ist nun mal so wie sie ist. Leider haben wir ausgerechnet im Mittelrheinderby die schlechtesten zehn Minuten im bisherigen Saisonverlauf gespielt. Aber Ich kann meinen Spielern keine Vorwürfe machen. Sie haben alles gegeben“, meinte der TSV-Coach am Montag.

Bis Sonntag war es den Dormagenern immer gelungen, ihre großen Personalprobleme inklusive vieler Langzeitausfälle zu kompensieren. So gab es in der Meisterschaft gegen die hoch gehandelten Teams des ASV Hamm-Westfalen und des HSC Coburg nur knappe Auswärtsniederlagen, während daheim gegen die SG BBM Bietigheim und die Rimpar Wölfe gewonnen werden konnte. Sogar in der Zweitrundenpartie des DHB-Pokals gegen den Erstligisten und Titelverteidiger TBV Lemgo Lippe zeigten sich die Dormagener vorigen Dienstag lange Zeit auf Augenhöhe und scheiterten nur knapp. Der Unterschied zum Spiel in Gummersbach: In all diesen Partien war Mittelmann Ian Hüter als Dreh- und Angelpunkt des Dormagener Spiels dabei. Am Sonntag musste er dagegen passen, nachdem er sich im Training am Freitag bei einer unglücklichen Aktion eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Zwar war immerhin Ante Grbavac nach seiner Sprunggelenksverletzung auf Halblinks wieder voll einsatzbereit, so dass Patryk Biernacki auf die Spielmacherposition rücken konnte, doch im Rückraum fehlte eine Komponente, die für den TSV extrem wichtig ist.

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Wie wichtig, zeigte sich schon im Verlauf der ersten Spielhälfte, als die Gummersbacher nach einem starken Start des TSV mit einer 3:0-Führung (7.) ihre Abwehrformation offensiver ausrichteten und mit dem Ex-Dormagener Julian Köster vorgezogen in einer 5:1- oder 3:2:1-Formation verteidigten. Damit taten sich die Gäste unheimlich schwer, so dass sich der VfL bis 13. Minute eine 5:3-Führung erspielen konnte und bis zur Pause auch vorne blieb. „Gegen die offensive Abwehr hat uns Ian gefehlt. Er kann mit seiner Schnelligkeit und Explosivität in die Lücken reinziehen“, erklärte Bilanovic. Sein Vertreter Biernacki konnte dagegen keine Torgefahr verbreiten, er blieb bei einem Abschlussversuch torlos. Vom gerade erst genesenen Ante Grbavac wollte Bilanovic noch nicht zu viel verlangen, wobei er mit sechs Toren zu Dormagens bestem Schützen avancierte, letztlich aber auch sechs Fehlversuche zu Buche stehen hatte. Mit nur zwei Toren eine für seine Verhältnisse schwache Ausbeute konnte letztlich auch nur André Meuser auf Halbrechts vorweisen.

Weil sich aber auch die Gummersbacher in der ersten Hälfte weiterhin Fehler leisteten und TSV-Keeper Martin Juzbasic wieder starke Paraden zeigte, blieben die Dormagener bis zur Pause auf Tuchfühlung. Doch dann ließen die Gäste ihren Fokus auf die Partie offenbar in der Kabine und verspielten innerhalb von zehn Minuten ein besseres Ergebnis. Denn während der TSV auch beste Chancen vergab und teils mit freien Würfen am starken VfL-Keeper Tibor Ivanisevic scheiterte, nutzten die Gummersbacher die zunehmenden technischen Fehler ihres Gegners zu einfachen Toren. So sorgten sie mit einem 6.0-Lauf bis zur 39. Minute für eine 18:10-Führung und eine Vorentscheidung. Elf technische Fehler leistete sich der TSV alleine in Hälfte zwei (sechs vor der Pause) und machte es den Gastgebern damit relativ leicht, den Sieg vor 1890 Zuschauern in der Schwalbe-Arena am Ende locker einzufahren.

Auch wenn der erst 17-jährige Sören Steinhaus in Hälfte zwei kam, mit seinem Treffer zum 11:18 (40.) die TSV-Torflaute beendete und von Dusko Bilanovic für seinen Auftritt gelobt wurde, konnten die Dormagener zeitweise nur neidisch darauf schauen, welche Wechselmöglichkeiten Titelanwärter Gummersbach hat. „Gegen eine Mannschaft mit solch einem Kader, ist es natürlich sehr schwer. Die konnten immer frische Leute bringen“, meinte der TSV-Coach. Welche Möglichkeiten er im nächsten Heimspiel am Freitag gegen Eintracht Hagen hat, hängt entscheidend davon ab, als wie schwer sich die Verletzung von Ian Hüter herausstellt.