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Dormagenerin nit Volldampf Richtung Olympia in Paris

Tanja Spill aus Dormagen : Mit Volldampf Richtung Olympia 2024 in Paris

Nach der knapp verpassten Qualifikation für Tokio macht Tanja Spill weiter. Zunächst mit der zweiten Hälfte der Freiluftsaison.

Tanja Spill macht keinen Hehl daraus, dass sie nach der zweiten hauchdünn verpassten Olympia-Qualifikation in Folge ab Mitte Juli erst mal in ein Motivationsloch fiel. Zumal die 800-Meter-Spezialistin aus den Reihen des TSV Bayer Dormagen nach der körperlich und mental extrem fordernden Hatz nach dem Tokio-Ticket von einer ebenso hartnäckigen wie langwierigen Erkältung heimgesucht wurde. Doch die 25-Jährige, die schon häufiger ein großes Kämpferherz bewiesen hat, ist aus dem Motivationsloch zurück. In der zweiten Hälfte der Freiluftsaison 2021 will sie schon Punkte für die großen Ziele im kommenden Jahr (WM und EM) sammeln. Derweil steht auch fest: In Paris 2024 möchte sich Spill ihren Olympia-Traum endlich erfüllen, bis dahin macht sie weiter.

„Dann klappt’s hoffentlich“, sagt Spill, die das Geschehen in Tokio aufmerksam verfolgte, insbesondere die Leichtathletik-Wettbewerbe. Einen genauen Blick hatte sie freilich auf die 800 Meter der Frauen, wo zu ihrem Verdruss zwei Startplätze frei blieben, während sie so gerne dabei gewesen wäre, aber trotz einer entsprechenden Weltranglistenplatzierung angesichts von fehlender Absprachen zwischen unterschiedlichen Verbänden nicht durfte. „Mit meiner Bestleistung wäre das Halbfinale locker drin gewesen“, sagt Spill, die mit dem für sie so unerfreulichen Kapitel Tokio jetzt aber abgeschlossen hat. Am Donnerstagabend bei der Bergisch Gladbacher Bahnlaufserie geht sie über 1500 Meter an den Start. Das ist aber nicht ihr erster Wettkampf in der zweiten Saisonhälfte. Ihre ersten beiden Auftritte gingen allerdings ziemlich daneben. Beim Abendsportfest in Pfungstadt Anfang August wollte sie die 1500 Meter in einem nicht so starken Feld forsch von der Spitze weg kontrollieren, merkte dann während des Rennens aber plötzlich, dass der Akku leer war und stieg aus.

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Mitte August im polnische Stetin stellte sich die 25-Jährige über 800 Meter einer extrem starken Konkurrenz, musste aber auch da feststellen, dass sie noch weit von ihrer Bestform entfernt war. Nach einem Rempler verlor sie den Anschluss und kam in 2:09,05 Minuten als Letzte ins Ziel. Angesichts ihrer im Juni aufgestellten Bestleistung von 2:00,66 Minuten eine enttäuschende Zeit. „Ich habe anschließend mit meinem Trainer Willi Jungbluth eine Trainingsanalyse gemacht. Dabei haben wir rausgefunden, dass ich die Erkältung nicht richtig auskuriert und deswegen zu lange mitgeschleppt habe. Das muss ich unter Erfahrung-Sammeln verbuchen“, erklärt Tanja Spill. Kurz darauf merkte sie allerdings im Training, dass die nötige Frische zurückkehrte. Sie wollte es allerdings nicht bei einem Gefühl belassen, sondern machte sich vergangene Woche auf den Weg zu einer Leistungsdiagnostik an der Sporthochschule in Köln. Dort bekam sie es dann mit Hilfe eines Laktatstufentests auf einem Laufband schwarz auf weiß bestätigt: Ihr Leistungsvermögen ist wieder nahe dem Ideal, der Infekt scheint endgültig auskuriert zu sein.

Gute Voraussetzungen also, um in Bergisch Gladbach eventuell die eigene 1500-Meter-Bestzeit von 4:17,76 Minuten zu verbessern, die sie übrigens 2018 auf derselben Bahn aufstellte. Zum Saisonabschluss steht dann noch ein 800-Meter an. Entweder am 5. September in Italien oder am 14. September in der Schweiz, je nachdem, wo Spill einen Startplatz bekommt. „Ich bin der Meinung, dass ich mein Maximum noch nicht erreicht haben und will zeigen, was in mir steckt“, sagt die Dormagenerin. Zum Saisonausklang will sich Tanja Spill bei den 7 Meilen von Zons Ende September aber auch noch mal in der Heimat zeigen, um mit viel Spaß in die Pause zu gehen. Sicher wichtig, um dann wieder mit Volldampf angreifen zu können. Für die großen Ziele im Jahr 2022 und mit Olympia 2024 im Hinterkopf.