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Dormagener Heimpremiere gegen die SG BBM Bietigheim

2. Handball-Bundesliga : Dormagen hofft auf Hilfe der Zuschauer

Die Zweitliga-Handballer des TSV befinden sich nach der Auftaktniederlage gegen Hamm und einer weiteren schweren Verletzung in einer kniffligen Lage. Und dann ist auch noch Aufstiegskandidat Bietigheim Gegner im ersten Heimspiel.

Die Niederlage zum Auftakt der 2. Handball-Bundesliga beim ASV Hamm-Westfalen war zweifelsohne extrem ärgerlich, denn in der Schlussphase hatten die Dormagener nach einer beherzten Aufholjagd sogar den Sieg in eigenen Händen. Doch noch dicker kam es am Montag danach, als die Diagnose der in Hamm erlittenen Verletzung von Ante Grbavac erfolgte. Ein Bänderriss im Sprunggelenk sorgt dafür, dass er einige Wochen ausfällt, also auch im ersten Heimspiel der Saison am Freitag (19.30 Uhr) gegen den Aufstiegsanwärter SG BBM Bietigheim nicht zur Verfügung steht.

Damit spitzt sich die ohnehin schon angespannte Personalsituation bei den Dormagenern weiter zu. Gelang es bisher, die langfristigen Ausfälle von Joshua Reuland, Jaka Zurga (Linksaußen) und Jan Reimer (Rechtsaußen) zu kompensieren, wird es jetzt im linken Rückraum extrem dünn. Erstbesetzung Alexander Senden hatte sich in der Vorbereitung eine Schulterverletzung zugezogen und wurde inzwischen operiert, der als Backup eingeplante A-Jugendliche Lucas Rehfus muss nach der verpassten U19-Europameisterschaft noch länger passen. Und jetzt auch noch der Ausfall von Grbavac, der als Nummer zwei auf der Königsposition in die Saison gegangen war. „Das Leben ist hart, aber wir machen es noch schwerer“, sagt TSV-Coach Dusko Bilanovic, der sich darum bemüht, trotz der personellen Notlage entspannt zu wirken. „Ich jammere nicht, sondern versuche immer, das Beste herauszuholen“, betont der Serbe.

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Dass er das kann, stellte Bilanovic schon in der vergangenen Saison unter Beweis, als mehrfach schwerwiegende Ausfälle zu beklagen waren, er aber immer wieder Lösungen fand. Der Unterschied ist nur, dass damals der Kader noch größer war und jetzt gleich drei Spieler auf einer so entscheidenden Position fehlen. So steht für den linken Rückraum als Spieler mit Erfahrung aktuell nur der Pole Patryk Biernacki zur Verfügung, der aber hauptsächlich als Vertreter von Ian Hüter in der Mitte verpflichtet worden war. Beim Auftakt gegen Hamm stand er in der Startformation und kam nach dem verletzungsbedingten Aus von Ante Grbavac zurück, zeigte aber er in der Offensive, dass es ihm auf Halblinks (noch) an Durchschlagskraft fehlt.

„Patryk hatte gute Aktionen, ist aber nun mal kein Shooter“, stellte sich Björn Barthel, Handball-Geschäftsführer des TSV, im Nachhinein vor den Neuzugang. Auch Trainer Dusko Bilanovic weist zum wiederholten Male darauf hin, dass der Pole noch Eingewöhnungszeit benötigt und will nicht jetzt schon zu viel Druck auf den breiten Schultern des 25-Jährigen abladen. „Auch die anderen müssen mehr Tore machen“, sagt der Coach mit Blick auf die zahlreichen Fehlwürfe gegen Hamm. So traf etwa André Meuser fünfmal, scheiterte aber auch neunmal. Für Ian Hüter standen am Ende drei erfolgreiche von neun Versuchen zu Buche. „Da müssen wir basteln“, sagt Bilanovic mit Blick auf die Personalprobleme auf der Königsposition. Immerhin: Der A-Jugendliche Sören Steinhaus, als nominelle Nummer vier auf Halblinks im Kader, hat nach überstandener Erkrankung unter der Woche wieder mit dem Training begonnen und steht am Freitag bei der Heimpremiere zur Verfügung. Ansonsten schaut sich der TSV weiter auf dem Spielermarkt um, um möglichst bald Verstärkung für die wichtige Position zu finden. Doch Neues gibt es von dieser Front noch nicht.

Was die Lage noch kniffliger macht für die Dormagener vor dem Spiel gegen Bietigheim, ist, dass der Aufstiegsanwärter mit dem neuen Startrainer Iker Romero vor eigenem Publikum gegen den ThSV Eisenach angesichts einer 26:29-Niederlage ebenfalls einen Fehlstart hingelegt hat. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass in Dormagen unbedingt Wiedergutmachung betrieben werden soll. „Natürlich ist Bietigheim Favorit, aber wir werden kämpfen, Gas geben und schauen, wie sich das Spiel entwickelt. Wir haben auch so eine Chance“, betont Dusko Bilanovic, der besonders auf die Unterstützung der Zuschauer hofft. In Hamm sei mal wieder deutlich geworden, wie wichtig die Unterstützung durch das Publikum ist. In der Schlussphase habe es großen Anteil am Sieg der Gastgeber gehabt. „Jetzt brauchen wir gegen Bietigheim die Hilfe unserer Fans. Sie können unsere fehlenden Spieler ersetzen.“