Dormagener Fechter blicken schon auf die WM in China

Fechten : Gold und Bronze gibt den Fechtern Mut

Das Herrensäbel-Quartett des Deutschen Fechter-Bundes hat bei der EM im serbischen Novi Sad die Bronzemedaille errungen. Das rein Dormagener Team mit Max Hartung, Benedikt Wagner, Matyas Szabo und Richard Hübers bestätigte damit seine Zugehörigkeit zur Elite.

Einmal Gold und zwei Mal Bronze – Sven Ressel, Sportdirekor des Deutschen Fechter-Bundes, war mit der Ausbeute der deutschen Mannschaft bei der Europameisterschaft im serbischen Novi Sad nicht restlos glücklich: „Die Ergebnisse sind noch sehr durchwachsen.“ Allerdings hielt er sich mit einem abschließenden Urteil noch zurück. „Die EM war ja zunächst nur eine Standortbestimmung."

Viel wichtiger werden die Weltmeisterschaften vom 19. bis 27. Juli in China. In Wuxi ruhen die Hoffnungen vor allem auf den Etablierten wie Säbel-Europameister Max Hartung (TSV Bayer Dormagen) sowie dem WM- und EM-Dritten Richard Schmidt (Degen) aus Offenbach. Hartung, der in Serbien Gold im Einzel und Bronze mit der Mannschaft eingebracht hatte, will bei der WM „zeigen, dass wir zu den Besten der Welt gehören." Die Europameisterschaft war für ihn schon mal ein sehr guter Anfang, obwohl an ihm das Missgeschick im Teamwettbewerb nagt. „So ganz kann ich mich über die Bronzemedaille noch nicht freuen", bekennt er. Im Halbfinale gegen Italien hatten er, Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers (alle Dormagen) zwischenzeitlich mit 30:19 vorne gelegen. Hartung war mit einer 35:28-Führung ins vorletzte Gefecht gegangen, verlor gegen Enrico Berrè aber mit 4:12 und übergab mit einem 39:40-Rückstand an Szabo. Der 26-Jährige holte sich die Führung beim 44:43 zwar noch mal zurück, kurz darauf setzte Luca Curatoli jedoch den entscheidenden Treffer zum 45:44-Erfolg der Italiener, die im anschließenden Finale Ungarn deutlich mit 33:45 unterlagen. Der 45:43-Sieg im kleinen Finale über Rumänien stimmte Hartung dann aber doch noch versöhnlich: „Das ist die erste Medaille mit dem Team seit längerer Zeit und wir haben hier gezeigt, dass wir zur Spitze gehören." Ganz ähnlich sieht das Bundestrainer Vilmos Szabo: „Wenn nur ein Treffer fehlt, ärgert man sich natürlich, dass man den Finaleinzug verpasst hat. Trotzdem bin ich mit der Bronzemedaille zufrieden. Die Vier haben sich alle gesteigert und wir konnten als Mannschaft endlich mal wieder oben mitfechten. Das sollte uns Mut für die WM in Wuxi geben.“

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