Leichtathletik : Enahoro lehrt Spezialisten das Fürchten

Dormagener Zehnkämpfer springt bei der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg auf den Bronzerang. Tanja Spill kommt über 800 Meter nach einem Rempler aus dem Rhythmus und belegt deshalb nur Rang acht.

Tanja Spills Serie ist im Nürnberger Max-Morlock-Stadion gerissen. Sowohl in der Halle als auch im Freien hatte die Mittelstrecklerin des TSV Bayer Dormagen den Endlauf einer Deutschen Meisterschaft über 800 Meter stets mit einer Medaille gekrönt. Am Sonntagabend kostete eine Rangelei zwischen mehreren Läuferinnen, in die die 22-Jährige verwickelt war, die erneute Chance auf einen Podiumsplatz. Als Sarah Schmidt (TSV Bayer Leverkusen) und Titelverteidigerin Christina Hering (LG Stadtwerke München) nach der ersten Runde das Tempo anzogen, musste die bis dahin auf dem dritten Rang liegende Dormagenerin abreißen lassen. Eingangs der Gegengeraden wurde Tanja Spill dann regelrecht „durchgereicht“  und trudelte am Ende als Achte in 2:10:39 Minuten ins Ziel.

Das erreichte Christina Hering als Erste; in 2:01:56 Minuten sicherte sie sich ihren dritten Titel in Folge und verpasste die Norm für die Europameisterschaften nur um sechs Hundertstelsekunden. Die hat die 24-Jährige aber ohnehin bereits in der Tasche. An der Norm vorbei liefen die Zweit- und Drittplatzierten, Sarah Schmidt (2:02,89) und Mareen Kalis (München, 2:03,53). In 2:03,96 Minuten hatte sich Tanja Spill am Samstag mit der zweitschnellsten Zeit aller Läuferinnen für das Finale qualifiziert.

Im Vorlauf noch souverän (unser Bild), kam Tanja Spill (2.v.r.)  im Finale über 800 Meter nach einer Rempelei aus dem Rhythmus und belegte nur Rang acht. So sorgte Zehnkämpfer Ituah Enahoro mit 7,68 Meter und Platz drei im Weitsprung für die einzige Medaille bei der DM in Nürnberg. Foto: Wolfgang Birkenstock

Dank ihres Missgeschicks blieb es in Nürnberg bei einer Medaille für den TSV Bayer Dormagen. Für die sorgte Zehnkämpfer Ituah Enahoro, der im Weitsprung erneut die Spezialisten düpierte. Mit seinem Satz auf 7,68 Meter sprang der 20-Jährige auf den Bronzerang, die Vizemeisterschaft verpasste er dabei nur um vier Zentimeter. Die sicherte sich Maximilian Entholzner vom 1. FC Passau mit 7,72 Metern, den Titel holte sich Fabian Heinle (VfB Stuttgart), der mit 8,04 Meter als einziger die Acht-Metermarke knackte. Die hatte Enahoro mit Frühsommer mit einem Sprung auf 8,01 Meter bereits hinter sich gelassen.