Säbelfechten in Dormagen Szabo & Co. verpassen in Basel EM-Bronze

Dormagen · Auf dem Weg zu Olympia in Paris hätte eine Medaille bei den Fecht-Europameisterschaften dem Dormagener Matyas Szabo sicher gutgetan. Im Kampf um Platz drei hatte die deutsche Säbelmannschaft gegen die Türkei das Nachsehen.

Im Duell mit der Ukraine hatte der Dormagener Matyas Szabo entscheidenden Anteil daran, dass die Aufholjagd der deutschen Mannschaft am Ende erfolgreich war.

Im Duell mit der Ukraine hatte der Dormagener Matyas Szabo entscheidenden Anteil daran, dass die Aufholjagd der deutschen Mannschaft am Ende erfolgreich war.

Foto: dpa/Andrew Medichini

Nach dem alles in allem durchwachsenen Abschneiden der deutschen Säbelfechter und Säbelfechterinnen vom Bundesstützpunkt am Dormagener Höhenberg in den Einzelwettbewerben der Europameisterschaften in Basel (Schweiz), gab es zumindest eine leise Hoffnung, dass es im Mannschaftswettbewerb der Männer zu Edelmetall reichen könnte. Doch daraus wurde nichts. Die entscheidende Auseinandersetzung im Rennen um den dritten Platz verloren die Deutschen gegen eine überraschend stark auftrumpfende türkische Mannschaft mit 42:45.

„Das ist sehr schade, denn die Chance auf den dritten Platz war da und Bronze hätte sehr gutgetan“, meinte Olaf Kawald in seiner Doppelfunktion als Leiter des Bundesstützpunktes und Fechtkoordinator des TSV Bayer Dormagen. Er ist aber schon lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass es Tage gibt, wo das Momentum aufseiten der Gegner ist. „Die Türkei kommt wie wir nicht über die individuelle Qualität, sondern über die Mannschaft. Und als solche hatte sie einfach einen absoluten Sahnetag“, erklärte Kawald. Bei der deutschen Mannschaft kam erschwerend hinzu, dass in Lorenz Kempf und Raoul Bonah (beide TSV Bayer Dormagen) gleich zwei Leistungsträger verletzt fehlten, die noch großen Anteil am Gewinn der Team-Bronzemedaille bei der EM 2023 im polnischen Krakau gehabt hatten.

Auftrieb gab den Türken ganz sicher der knappe 45:43-Auftaktsieg im Achtelfinale gegen Spanien. Mit dieser Euphorie im Rücken gelang ihnen in der nächsten Runde ziemlich überraschend ein 45:38-Erfolg gegen die deutlich höher einzuschätzenden Franzosen. Auch für die Deutschen begann das Turnier nach einem Freilos in Runde eins mit einem Erfolgserlebnis, allerdings ging der Start gegen die Ukraine im Viertelfinale völlig daneben und erst eine beherzte Aufholjagd bescherte Deutschland einen 45:41-Sieg. Wobei sich besonders Matyas Szabo hervortat, der sich als einziger deutscher Säbelfechter für die Olympischen Spiele qualifiziert hat. Hatte der Athlet des TSV Bayer Dormagen im Einzelwettbewerb (Platz 9) mit Blick auf Paris noch nicht alle Karten aufgedeckt, so war ihm anzumerken, dass er mit der Mannschaft alles in die Waagschale warf. Eine Medaille auf internationalem Parkett wäre sich eine hervorragende Motivationsspritze für die weitere Vorbereitung gewesen. So hatte Szabo mit seinen beiden letzten Gefechten gegen die Ukraine entscheidenden Anteil an der Wende. Zunächst schlug er Yuriy Yagodka 8:5, um dann im letzten Gefecht bei einem 36:40-Rückstand der Deutschen auf die Planche zu gehen und Andriy Yagodka mit 9:1 nicht den Hauch einer Chance zu lassen.

Im Halbfinale gegen die starken Ungarn mit dem dreimaligen Olympiasieger Aron Szilagyi (2012, 2016, 2021) geriet Deutschland mit Frederic Kindler (TSG Eislingen), Luis Bonah und Leon Schlaffer (beide TSV Bayer Dormagen) auch schnell in Rückstand, kam dann aber nicht mehr heran und unterlag klar mit 32:45. Einen durchwachsenen Start erlebten Szabo & Co. auch gegen die Türken, wobei das 11:3 von Matyas Szabo gegen den erst 17-Jährigen Furkan Yaman die Wende brachte, aber nur kurzzeitig. Als Szabo zum letzten Gefecht auf die Planche ging, führten die Türken wieder 40:34, da nutzte es auch nichts mehr, dass der Dormagener Enver Yildirim mit 8:5 schlug.

Bessere Erfahrungen machten die deutschen Frauen mit der Dormagenerin Larissa Eifler an der Spitze gegen die Türkei. Im Achtelfinale gewannen sie mit 45:43, doch Schwung für die nächste Runden brachte der Sieg nicht. Nach einem 20:45 im Viertelfinale gingen auch die beiden Platzierungsgefechte gegen Bulgarien (33:45) und gegen Italien (36:45) verloren. So stand unter dem Strich der achte Platz für die deutschen Frauen.