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Dormagen nach Sieg in Nordhorn weiter Zweitligist

2. Handball-Bundesliga : Dormagen macht in Nordhorn Klassenverbleib perfekt

Der TSV Bayer muss doch nicht bis zum letzten Spieltag zittern. Der 29:26-Auswärtserfolg am Samstagabend bei der HSG Nordhorn war der vierte Sieg in Folge und der letztlich entscheidende. Die Dormagener spielen auch nächste Saison in der 2. Bundesliga.

Was für eine Erleichterung bei Spielern und Verantwortlichen des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen. Am Samstagabend nutzte die Mannschaften von Trainer Peer Pütz im Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen die Vorlage, die der ASV Hamm-Westfalen tags zuvor mit dem Heimsieg gegen den TV Großwallstadt geliefert hatte und brachte eine Saison voller Pleiten, Pech und Pannen doch noch zu einem versöhnlichen Ende. Mit einem 29:26 (16:14)-Auswärtssieg sicherten sich die Dormagener den Klassenverbleib, der vor einigen Wochen in unerreichbarer Ferne schien. Damit können sie ganz entspannt ins letzte Saisonspiel am nächsten Samstag daheim gegen Ferndorf gehen, denn der dritte Absteiger nach Emsdetten und Aue wird entweder Ferndorf oder Großwallstadt heißen. Auch die Ferndorfer konnten wie tags zuvor Großwallstadt gegen einen favorisierten Gegner keine Überraschung schaffen, sie unterlagen daheim gegen Meister Gummersbach.

Die Dormagener mussten sich in der Schlussphase der Partie, als sich der vierte Sieg in Folge bereits abzeichnete, schon stark zusammenreißen, um nicht schon vorzeitig aufs Feld zu stürmen. Doch als dann der Schlusspfiff erfolgte, gab es kein Halten mehr. Spieler, Trainer und Betreuer fielen sich um den Hals und führten vor den rund 50 mitgereisten Fans Freudentänze auf. Als die ersten Feierlichkeiten vorbei waren, ging Kapitän Patrick Hüter dann der Länge nach zu Boden und vergrub sein Gesicht zwischen seinen ausgestreckten Armen. Als ihm klar wurde, was er mit seinem Team geschafft hatte, fiel offenbar der Druck einer ebenso mental wie körperlich extrem fordernden Rückrunde von ihm ab. Dabei blieben sich die Dormagener auch gegen Nordhorn treu, das nach dem Sieg des ASV Hamm-Westfalen am Abend zuvor keine Chance mehr auf Platz zwei und damit auf den Aufstieg hatte. Egal, was auch ihm Spiel passierte, sie verloren nie den Glauben an sich und kamen auch nach Rückschlägen eindrucksvoll zurück.

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Diese Qualität wurde in einer verrückten ersten Spielhälfte stark beansprucht. Wobei es nach einer frühen Roten Karte für Nordhorns besten Spieler, den Halblinken Georg Pöhle, wegen eines Gesichtstreffers gegen Mislav Grgic so aussah, als wären die Gastgeber in Art Schockstarre verfallen. Denn Dormagen machte zwischen der sechsten und achten Minute aus einem 2:2 eine 5:2-Führung und brachte HSG-Coach Daniel Kubes zeitig dazu, eine Auszeit zu nehmen. Zwar fabrizierte die HSG dann direkt einen Schrittfehler, so dass Alexander Senden auf 6:2 erhöhen konnte, doch dann waren es plötzlich die Gäste, die den Faden verloren. Nordhorn gelang ein 7:0-Lauf und ging so seinerseits mit 9:6 (15.) in Front. Dann war es der wieder starke Jan Reimer, der kurz zuvor noch mit einem freien Wurf von Rechtsaußen an Keeper Björn Buhrmester gescheitert war, der mit einem erfolgreich verwandelten Siebenmeter zum 7:9 (17.) die Serie der Gastgeber unterbrach und damit einen 7:0-Lauf seiner Mannschaft einleitete. Krasse technische Fehler der Nordhorner und starke Paraden von TSV-Keeper Martin Juzbasic brachten die Gäste zunächst heran und ließen sie nach einem erfolgreichen Tempogegenstoß von Jan Reimer sogar mit 13:9 (23.) in Führung gehen. Anschließend schlichen sich aber auch wieder Fehler bei den Dormagenern ein, und weil dann Mislav Grgic nach einem Foul an Daniel Fontaine kurz vor der Pause ebenfalls mit Rot vom Feld musste, konnten sie froh sein, dass es zumindest mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine ging.

Eine Führung, die der TSV nach dem Seitenwechsel zunächst deutlich ausbauen konnte. Als der HSG in Unterzahl der nächste leichte Ballverlust unterlief und Tim Mast per Tempogegenstoß ins leere Tor auf 21:16 (41.) erhöhte, sah sich Daniel Kubes gezwungen die nächste Auszeit zu nehmen. Die Gastgeber stellten dann auf eine 3:2:1-Abwehr um, was kurzzeitig auch Wirkung zeigte. Nordhorn kam auf 18:21 (44.) heran. Dann war es Peer Pütz, der eine Auszeit zu Korrekturen nutzte, anschließend erkannten seine Spieler die freien Räume besser und trafen wieder regelmäßig. Ganz wichtig war sicher der Treffer vom eingewechselten Patryk Biernacki von Halbrechts zum 23:19 (47.). Ein weiterer Rückschlag für Nordhorn war dann, als auch Julian Possehl in der 50. Minute die Rote Karte sah. Zwar verkürzte Nordhorn noch mal auf 25:27 (57.), doch als Alexander Senden zunächst auf 28:25 (57.) und nach mehreren Fehlern auf beiden Seiten zum 29:25 (60.) traf, war eine Entscheidung zu Gunsten der Gäste gefallen. Die durften dann wie 2019 ausgelassen feiern, als sie mit einem 22:22 schon einmal den Klassenverbleib im Euregium klargemacht hatten. Der Unterschied zu damals: Da hatten auch die Nordhorner mit dem Sprung in die 1. Liga etwas zu feiern. Diese Saison endet dagegen mit einem knapp verpassten Aufstieg.