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Dormagen nach dem Unentschieden gegen Emsdetten

2. Handball-Bundesliga : Dormagen holt einen Punkt für die Moral

Auch von der Hiobsbotschaft, dass Ian Hüter und André Meuser gegen Emsdetten nicht auflaufen können, ließen sich die Spieler des TSV Bayer Dormagen nicht unterkriegen. Am Ende holten sie sich am Freitagabend in heimischer Halle einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.

Viel hat nicht gefehlt und der TSV Bayer Dormagen hätte am Freitagabend eine dicke Überraschung geschafft. Mit dem fast letzten Aufgebot lieferten die Dormagener aufopferungsvollen Kampf ab und hatten den TV Emsdetten in eigener Halle am Rande einer Niederlage. Am Ende reichte es in einem torarmen Spiel zwar nur zum einem 18:18 (10:11), doch das Unentschieden war nach fünf Niederlagen in Folge und dem nun eingeläuteten Kampf gegen den Abstieg immerhin ein Punkt für die Moral.

Und von der war von Beginn jede Menge nötig, denn je näher es auf die Partie zuging, wurde das zur Gewissheit, was sich schon Mitte der Woche angedeutet hatte. Die Verletzungen, die sich Spielmacher Ian Hüter und der Halbrechte André Meuser am Sonntag zuvor in Großwallstadt zugezogen hatten, stellten sich als so schwerwiegend heraus, dass gleich beide passen mussten. In der laufenden Saison bleibt den Dormagenern das Verletzungspech einfach treu. Dafür kehrte nach einer schwerwiegenden Infektion Torwart Martin Juzbasic zurück und war am Ende mit herausragenden 16 Paraden einer der Garanten dafür, dass die Gastgeber wenigstens einen Punkt einfahren konnten. Dass sogar noch mehr drin war, lag an dem unbändigen Kampfeswillen der Dormagener, die sich trotz aller Rückschläge nicht unterkriegen lassen wollten. Auch wenn spielerisch bei weitem nicht alles klappte, so warfen sie sich doch in jede Aktion mit vollem Einsatz hinein. „Ich kann meine Jungs nur loben. Das war pure Leidenschaft und Kampf“, meinte TSV-Coach Dusko Bilanovic nach der Partie. Angesichts der Ausfälle im Rückraum zog er in Janis Beckers und Max Eugler zwei Spieler aus der Reserve hoch und zeigte viel Kreativität, indem er Spieler phasenweise auf Positionen einsetzte, auf denen sie niemand vermutet hätte. Beispiel Rückraum Mitte: Patrick Hüter hat diese Saison zwar schon mal dort gespielt, für Tim Mast war es dagegen eine Premiere. Oder Jakub Sterba, der nicht nur auf Rechtsaußen zum Einsatz kam, sondern auch immer wieder nach innen zog und sich auch auf Halbrechts versuchte.

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Allerdings brauchten die Gastgeber eine ganze Zeit, bis sie im Spiel waren. Bei einem 1:5-Rückstand (7.) sah es schon ganz schlecht aus, erst eine Auszeit von Dusko Bilanovic sorgte für eine Wende. Die ersten Paraden von Juzbasic sowie starke Aktionen von Ante Grbavac und Jakub Sterba brachten die Gastgeber auf 5:6 (15.) heran. Einige unglückliche Offensivaktionen von Patryk Biernacki hatten dann zwar großen Anteil daran, dass Emsdetten wieder auf 10:5 (21.) wegzog, doch der TSV blieb dran. Auch weil Juzbasic sein Tor immer weiter vernagelte und Janis Beckers zwei wichtige Treffer erzielte, gelang es, bis zur Pause auf ein Tor heranzukommen. Was dann nach dem Seitenwechsel passierte, beschrieb Gäste-Coach Sascha Bertow so: „Wenn ich meinen Spielern einen Vorwurf machen kann, dann den, dass wir keine guten Abschlüsse hatten. Wir haben den Dormagener Torwart blau geworfen.“ Juzbasic hielt so stark, dass Emsdetten in elf Minuten nur zwei Tore zustande bekam. So ging der TSV in der 41. Minuten durch das Tor von Janis Beckers zum 14:13 erstmals in Führung ging und beim 17:15 (50.) durch Aron Seesing auch auf einem richtig guten Weg war.

Doch dann gingen den Hausherren etwas die Körner aus, obwohl sich gegen die im Angriff oft mit sieben Feldspielern agierenden Emsdettener einige Möglichkeiten ergaben. Zudem ergriffen die Gastgeber mit der Einwechslung von Keeper Maurice Paske in der 45. Minute genau die richtige Maßnahme. Im Zusammenspiel mit der gut arbeitenden TVE-Abwehr war für die Dormagener kaum noch ein Durchkommen, so dass es ganz eng blieb. Als der TSV beim Stand von 18:18 in der 59. Minute eine Auszeit nahm und Janis Beckers an Paske scheiterte, hätten die Gäste kurz vor Schluss sogar entscheidend in Front gehen können. Doch Robin Jansen ließ den Ball fallen und Dormagen brachte auch kein Tor mehr zustande. Unter dem Strich ein gerechtes Unentschieden, wobei der TSV für seinen disziplinierten Auftritt (nur sechs technische Fehler) und seinen großen Einsatz mit diesem Rumpfkader durchaus auch mehr verdient gehabt hätte.Schon am Mittwoch geht es daheim gegen den TV Hüttenberg weiter.

Die TSV-Tore: Grbavac (7), Sterba (4), Beckers (3), Seesing (2), Biernacki (1), P. Hüter (1)