Reitsport : Doppelsieg geht auf den Nixhof

Beim "Preis der Besten" in Münchehofe bei Berlin, dem ersten wichtigen nationalen Voltigierturnier, überzeugten die beiden Mannschaften des RSV Grimlinghausen auf ganzer Ebene: Das neuformierte "Team Neuss" und die Junioren sicherten sich den Gesamtsieg vor dem VV Ingelsberg

Die Voltigiererinnen des RSV Neuss-Grimlinghausen haben beim Preis der Besten in Münchehofe bei Berlin einen beeindruckenden Doppelsieg errungen. Das Seniorteam setzte sich im Rahmen der WM-Qualifikation hauchdünn gegen den Dauerrivalen VV Ingelsberg aus Bayern durch. Die Juniorinnen gewannen mit einem deutlichen Abstand von fünf Zehntel Punkten — ebenfalls vor Ingelsberg — und wurden von Bundestrainerin Ulla Ramge und dem Voltigiergremium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) im Anschluss an das Turnier als deutscher Vertreter für die Junioren-Europameisterschaften nominiert, die Anfang August im slowakischen Pezinok ausgetragen wird.

Juniorteam fährt zur EM

Somit knüpfen die Junioren-Trainerinnen Simone Wiegele und Antje Hill nahtlos an die Erfolge ihrer aktiven Laufbahn an. Wiegele machte einen fantastischen Job, dirigierte den Vierbeiner Remake an der Longe souverän und erhielt Höchstnoten von über acht Punkten auf die Pferdenote. "Wir sind ohne große Erwartungen nach Berlin gefahren. Dass es am Ende so gut läuft, hätten wir nie erwartet", gab Antje Hill zu Protokoll.

Für die Schützlinge der 24 Jahre alten Psychologiestudentin lief es nahezu optimal. In allen drei Umläufen des Wochenendes setze sich die U18 vom Nixhof vor die nationale Konkurrenz, verwies Ingelsberg in der Endabrechnung mit 7,936 Punkten auf Rang zwei (7,449). Mit dem deutlichen Sieg erhielten die Rheinländerinnen zugleich das Ticket für die EM im August. "Die Neusser haben keine Zweifel dran gelassen, dass sie in diesem Jahr das beste deutsche Team auf Junioren-Ebene sind", sagte Bundestrainerin Ulla Ramge nach den zwei Wettkampftagen.

Für ein Feuerwerk an Turnkunst sorgten auch die Senioren. Die Mannschaft von Trainerin und Longenführerin Jessica Schmitz, die sich nach dem Abschied von Hill und Wiegele neu formieren musste, zeigte auf dem 14-jährigen Westfalen-Wallach Arkansas ein völlig neues Gesicht, faszinierte mitgereiste Fans und Fachleute aus der gesamten Bundesrepublik gleichermaßen. Mit rosa-rot-schwarzem Outfit im Stil der Rhythmischen Sportgymnastik setzten die Europameister von 2011 einen komplett neuen Trend und überzeugten zudem mit außerordentlicher akrobatischer Exaktheit.

Die RSV-Pferdeakrobatinnen gewannen die Pflicht zum Auftakt und die abschließende Kür. Die erste Kür hingegen ging deutlich an den Rivalen aus Ingelsberg. Nach allen drei Wertungsdurchgängen rangierten die Neusserinnen mit lediglich 22 Hundertstel Punkten vor Ingelsberg. Aus diesem Grund war für Ramge und das Entscheidungsgremium der FN eine WM-Nominierung nicht möglich. "Wir geben beiden Mannschaften die Möglichkeit, bis zum internationalen Turnier in Krumke Mitte Juni an Feinheiten zu arbeiten", sagte die Nationaltrainerin.

Schmitz bleibt gelassen

Dort solle dann die Entscheidung fallen, wer die deutschen Farben in Le Mans vertreten darf. Für Jessica Schmitz wäre es eine Rückkehr an einen Erfolg versprechenden Ort. Im französischen Pferdesportzentrum Boulerie Jump hatte die 30-Jährige im vergangenen Jahr den EM-Titel errungen. Schmitz bleibt gelassen: "Es war ein tolles Gefühl mit euch. Ihr seid grandiose Kämpfer. Ich habe riesigen Respekt vor euch", sagte die Diplom-Sportwissenschaftlerin.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE