Korschenbroich : Doppel-Drillinge endlich 18

Am 6. September 1994 brachte Ulrike Hamacher im Krankenhaus Drillinge zur Welt, einen Tag später ihre Flurnachbarin Silke Lafranconi. Zu ihrem 18. Geburtstag trafen sich die Kinder – und sprachen über ihre Geschichte.

Am 6. September 1994 brachte Ulrike Hamacher im Krankenhaus Drillinge zur Welt, einen Tag später ihre Flurnachbarin Silke Lafranconi. Zu ihrem 18. Geburtstag trafen sich die Kinder — und sprachen über ihre Geschichte.

Natürlich wird es, so wie es sich in dem Alter gehört, die größte Geburtstagsparty ihres bisherigen Lebens. Zumindest die, an die sie sich derzeit erinnern können. Der Trubel um die Geburtstagskinder war aber schon einmal größer. Gute 18 Jahre ist es her, als sie im Allgemeinen Krankenhaus Viersen geboren wurden. Erst brachte Ulrike Hamacher Drillinge zur Welt, einen Tag später auch Silke Lafranconi, die im Nebenzimmer lag. Ein Zufall, den es in Viersen so noch nie gab. Die Hamacher-Drillinge laden jetzt zur Party in ihr Zuhause nach Korschenbroich.

Kurz vor ihrem Geburtstag haben sich die Mütter und ihre Kinder jetzt getroffen, um über ihre Geschichte zu sprechen. Sowohl die Hamacher-Drillinge Jenni, Jasmin und Julia, die am 6. September 1994 geboren wurden und heute in Korschenbroich leben, als auch die Lafranconi-Drillinge Julien, Florian und Antonia (geboren am 7. September) sind allerdings nicht die Klischee-Drillinge. "Eigentlich sind wir wie ganz normale Geschwister", meinen die Hamacher-Mädchen.

Bei den Lafranconis haben die beiden Jungs die engste Verbindung. Sie sind eineiig. "Der eine merkt schon extrem, wenn es dem anderen nicht gut geht", sagt Silke Lafranconi. Sie sind auch die beiden, die sich am ähnlichsten sehen. "Aber vor etwa einem Jahr haben wir uns unterschiedliche Frisuren gemacht." So sei die Verwechslungsgefahr nicht mehr so groß.

Weder die Hamachers noch die Lafranconis haben sich zu Schulzeiten jedoch einen Spaß daraus gemacht, dass sie sich sehr ähnlich sehen. "Wir finden das vollkommen normal — andere sind aber immer total begeistert", sagt Julia. Sie ist, obwohl die Jüngste, die mit dem größten Selbstvertrauen — sagen ihre Schwestern. "Ihr Selbstbewusstsein hätte ich gerne", betont Jasmin. Wobei sich die Jugendlichen aber eigentlich wegen nichts beneiden. "Wir tanzen alle im Karnevalsverein, helfen uns, wenn es drauf ankommt — und sind sogar alle gut in Mathe."

Auch bei den Lafranconis gibt es keine Neid-Debatte. "Meine Brüder sind zwar etwas sportlicher", sagt Antonia. "Aber dafür ist sie besser in Englisch als wir", sagen die Jungs. Ohnehin gehen die Geschwister ihre eigenen Wege. Jenni macht ein Berufsvorbereitungsjahr am Bildungswerk Neuss, Jasmin am Berufsbildungszentrum Grevenbroich ihren Realschulabschluss. Julia ist Auszubildende zur Einzelhandelskauffrau in Korschenbroich. Julien macht seinen Abschluss an der Realschule an der Josefskirche in Viersen, Florian sein Fachabi mit den Schwerpunkten IT und Elektrotechnik am Berufskolleg Dülken. Antonia ist in der elften Klasse der Anne-Frank-Gesamtschule in Viersen.

Was sie wiederum alle gemein haben: Lust, ihren Geburtstag zu feiern. Die Lafranconi-Drillinge feiern im Gartenzelt bei ihren Eltern in Viersen. "Früher war es zwar nervig, dass man sich seinen Geburtstag noch mit zwei anderen teilen muss", sagen alle sechs. "Aber heute haben wir kein Problem mehr damit." Wenn sie gemeinsam feiern, wird die Party schließlich auch ein bisschen größer.

(NGZ/rl)