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Dominik Boschewski ist NGZ-Sportler des Monats Dezember.

Skaterhockey : Ein Vorbild in jeder Beziehung

Der Nationalspieler steht für die Erfolgsgeschichte des Skaterhockey-Bundesligisten Crash Eagles Kaarst.

Dass die Crash Eagles Kaarst viele talentierte Spieler in ihren Reihen haben und im Skaterhockey seit Jahren Titel, aber auch persönliche Auszeichnungen, wie die zum „NGZ-Sportler des Monats“, in Serie abräumen, ist längst kein Geheimnis mehr. Im Monat Dezember sicherte sich jetzt Dominik Boschewski diese Auszeichnung. Damit trifft es einen Ur-Kaarster, der die Erfolgsgeschichte der „Eagles“ mitgeprägt hat und das Rampenlicht eigentlich gar nicht sucht.

„Meine Großeltern führten das Bistro in der alten Dreifachturnhalle. Da habe ich dann immer während des Trainings zugeschaut“, erinnert sich Dominik Boschewski noch ganz genau, als der 25-Jährige erzählt, wie er zum Skaterhockey gekommen ist. Im zarten Alter von sechs Jahren wurde dann aus dem Zuschauer ein Spieler. Seit 2001 betreibt der gebürtige Kaarster seine Sportart mit Leidenschaft. Es war der Beginn einer von Erfolg geprägten Karriere. Nach Deutschen Meistertiteln, Deutschen Pokalsiegen und Europapokalsiegen in der Jugend konnte Boschewski die nationalen Erfolge auch im Herrenbereich wiederholen. 2017 und 2018 führte er sein Team zu zwei Deutschen Meistertiteln hintereinander. Die Zeiten an der Kaarster Stadtparkhalle waren jedoch bei Weitem nicht immer so rosig.

„Ich hab alles miterlebt. Relegation, Klassenerhalt am grünen Tisch, Abstieg, Wiederaufstieg bis zu den Meisterjahren“, schildert der Verteidiger der Kaarster. Den schwierigen Umbruch vor mehreren Jahren, als einige verdiente Spieler aufhörten, konnte der Verein damals nicht so gut über die Bühne bringen. Spieler von außerhalb sollten zu der Zeit die Wende einläuten, verfehlten jedoch diese Zielvorgabe. Das sinnvolle Umdenken innerhalb des Vereins, auf die eigene Jugend statt auf Hilfe von außerhalb zu setzen, wurde dann schnell belohnt. „Mit dem Großteil der aktuellen Teammitglieder habe ich die gesamte Jugend durchlebt. Da kann man wirklich mittlerweile von blindem Verständnis reden“, erklärt Boschewski das Geheimrezept. Er selber hielt den Kaarstern immer die Treue und tauscht sein Trikot nur ein, wenn der Nationaltrainer ruft. Seit dem vergangenen Jahr zählt der Polizist zum Kreis der Nationalmannschaft. 2018 verpasste er die EM-Endrunde noch verletzungsbedingt. 2019 gehörte er zu den Silbermedaillengewinnern.

Weggezogen hat es Boschewski nie. Monetäre Gründe hatte das allerdings nicht. Konnte es auch gar nicht. „Der Verein kommt nur für unsere Spielausrüstung auf. Aber das ist auch gut so. Wir sind ein familiäres Umfeld, wo jeder mit anpackt“, offenbart Boschewski. Die Kapitänsbinde hat er diese Saison abgegeben, weil er die Vorbildfunktion durch seine beruflichen Verpflichtungen nicht mehr gewährleisten konnte. Er ist eben ein selbstloser, fairer Sportsmann.

Die Dreifachturnhalle und das Bistro der Großeltern sind inzwischen Geschichte. Dominik Boschewski ist aber immer noch da und längst nicht fertig. „Nächstes Jahr ist die EM im eigenen Land. Vor heimischer Kulisse Europameister zu werden, wäre ein absolutes Highlight. Ansonsten steht der Meistertitel jede Saison noch an erster Stelle“, verrät er.