Andersson, Wallgren und Kurth verlängern: Direkter Aufstieg ist kein Muss für den TSV

Andersson, Wallgren und Kurth verlängern : Direkter Aufstieg ist kein Muss für den TSV

Der TSV Bayer Dormagen hat am Donnerstag die Weichen für einen Neuaufbau seiner Leistungs-Handballabteilung gestellt: Einen Tag nach der Grundsteinlegung für die neue Sporthalle gab der Ex-Bundesligist die Vertragsunterzeichnung von Trainer Kai Wandschneider und der drei ehemaligen Erstliga-Akteure Joachim Kurth, Marcus Wallgren und Henrik Andersson bekannt. Hat dem TSV Bayer fest zugesagt: Henrik Andersson will beim neuaufbau in der Regionalliga mithelfen.

Der TSV Bayer Dormagen hat am Donnerstag die Weichen für einen Neuaufbau seiner Leistungs-Handballabteilung gestellt: Einen Tag nach der Grundsteinlegung für die neue Sporthalle gab der Ex-Bundesligist die Vertragsunterzeichnung von Trainer Kai Wandschneider und der drei ehemaligen Erstliga-Akteure Joachim Kurth, Marcus Wallgren und Henrik Andersson bekannt. Hat dem TSV Bayer fest zugesagt: Henrik Andersson will beim neuaufbau in der Regionalliga mithelfen.

Wird wohl bleiben: Pascal Mahé soll nicht nur als Abwehrchef, sondern auch als Jugendtrainer arbeiten. -->

Außerdem liegen mündliche Zusagen von Pascal Mahé und Holger Beelmann vor, die gleichfalls in Dormagen bleiben und einen Neuaufbau in der Regionalliga in Angriff nehmen wollen. "Damit haben wir ein Signal gesetzt", erklärte TSV-Vorsitzender Dr. Bertram Anders, machte aber gleichzeitig deutlich: "Bei allem, was wir tun, müssen wir aufpassen, dass wir unseren finanziellen Rahmen nicht sprengen." Deshalb sei nicht mit weiteren Zusagen bisheriger Kaderspieler zu rechnen: "Diese Fünf sind die äußerste Grenze, an die wir gehen können."

Welcher Etat den Bayer-Handballern in der ersten Saison nach dem Rückzug aus der Bundesliga zur Verfügung steht, darüber wollte Anders keine Auskunft geben: "Die Zahlen sind noch nicht ganz klar, weil wir abwarten müssen, welche Verpflichtungen noch auf uns zukommen werden." Gemeint sind wohl mögliche Regreßforderungen von Spielern, von denen nach NGZ-Informationen sechs eine Sammelklage gegen den TSV eingereicht haben sollen. "Eins ist klar, wir müssen in den nächsten drei Jahren rund drei Millionen Mark an Schulden abbauen, so sehen es auch die Darlehen vor", nennt Anders das vorrangige Ziel.

Trotz dieser wirtschaftlichen Zwänge "haben wir jetzt das Fundament für eine Mannschaft, die in der Regionalliga eine maßgebliche Rolle spielen kann", formuliert Wandschneider vorsichtig das Saisonziel. Das Wort "direkter Aufstieg" nimmt in Dormagen derzeit keiner in den Mund. Wandschneider nicht, weil er weiß: "In dieser Liga sind auch noch andere Vereine mit guten, zum teil erstliga-erfahrenen Leuten." Und Anders nicht, weil er sagt: "Wir wollen nicht den Fehler von vor drei Jahren wiederholen und den Aufstieg um jeden Preis, wir wollen in Ruhe aufbauen." Dennoch würde sich der Trainer nicht dagegen wehren, wenn ihm von der Konkurrenz die Favoritenrolle verpasst würde: "Es wäre Unsinn zu sagen, mit dieser Mannschaft kämpfen wir gegen den Abstieg."

Kurth, Andersson, Wallgren, Mahé und Beelmann bilden die "Korsettstangen", weitere vier Zugänge stehen fest: Kreisläufer Daniel Demsbki (18) von der SG Solingen, Rückraumspieler Marcel Wernicke (19) aus der eigenen Zweitvertretung sowie Rückraumspieler Burkhard Heesen (31) von Wandschneiders Ex-Klub TV Jahn Wahn. "Jetzt brauchen wir noch einen Torhüter und drei Feldspieler", rechnet der Trainer vor. Ein Torhüter, weil Marcel leclaire wohl das Angebot des VfL Gummersbach annehmen wird, "ein Ausleihen mit Zweitspielrecht kommt aber für uns nicht in Frage", erteilt Anders diesbezüglichen Überlegungen eine klare Absage.

Kreis und die beiden Halbpositionen im Rückraum sind noch zu besetzen, wobei ein Linkshänder "absolute Priorität" (Wandschneider) besitzt. Gerne geblieben wäre wohl mit Christian Ericsson auch der dritte Schwede, "doch er hat die Chance, bei der Europameisterschaft im eigenen Land dabei zu sein. Und das geht nur, wenn er in der Bundesliga spielt", verrät Uli Derad. Der Sportliche Leiter freut sich über den Verbleib vor allem von Andersson und Wallgren, der ein Angebot des TV Willstätt ausschlug: "Sie wollen etwas klarstellen, nämlich, dass sie nicht zum Abzocken nach hier gekommen sind." Fast alle Spieler werden weitere Aufgaben im Verein übernehmen, besonders Joachim Kurth: Der Torhüter soll sich ab sofort um Marketing, Sponsorenakquise und Außendarstellung kümmern.

Pascal Mahé soll noch stärker ins Jugendtraining eingebunden werden, auch Neuzugang Burkhard Heesen wird als Jugendtrainer tätig. "Wir wolen hier zweigleisig fahren", stellt Wandschneider klar, "neben dem Vorhaben, die erste Mannschaft wieder nach oben zu führen, wollen wir uns verstärkt um die Nachwuchsarbeit kümmern." Wobei die Erstvertretung als "Zugpferd für Talente aus der Region" angesehen wird. Deshalb habe auch er einen Drei-Jahresvertrag unterschrieben. Dass der TSV kein "normaler" Regionalligist ist, macht schon der Trainingsumfang deutlich: Ab dem Auftakt am 23. Juli will Wandschneider seine Schützlinge fünf Mal pro Woche zum Training bitten, die "Profis" wie Wallgren und Andersson werden noch zwei zusätzliche Einheiten absolvieren - üblich sind in der Liga drei Trainingsabende. Volker Koch

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