Fußball : Dilla darf nach Daegu

Im letzten Duell vor der abschließenden WM-Nominierungsrunde fliegen beide Dormagener Stabhochspringer in Mannheim über 5,72 Meter. Karsten Dilla erhält somit das letzte Ticket, Sieger Björn Otto hat das Nachsehen.

Die frohe Kunde aus der Zentrale des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in Frankfurt wird Karsten Dilla offiziell erst im Laufe des heutigen Montags ereilen. Doch seit Samstag kann das Stabhochsprung-Talent des TSV Bayer Dormagen die Koffer für die große Reise packen. Beim letzten Wettkampf vor der abschließenden Nominierung sprang der Grimlinghausener in Mannheim zum zweiten Mal in der laufenden Saison die als A-Norm für die WM in Daegu/Südkorea geforderten 5,72 Meter. Obwohl er hinter seinem höhengleichen Klub-Kollegen Björn Otto nur Zweiter wurde, besteht kein Zweifel daran, dass der Youngster das letzte WM-Ticket erhält.

"Ich war mir mit dem für die Springer zuständigen Cheftrainer Herbert Czingdon einig, dass Karsten Dilla nominiert werden soll", sagte Bundestrainer Jörn Elberding: "Er war bei den Deutschen Meisterschaften, die ein wichtiges Kriterium sind, vor Björn Otto. Er hat den besseren Schnitt in den stärksten drei bzw. stärksten sechs Wettkämpfen. Er hat die Norm zweimal erreicht, Otto nur einmal."

In Mannheim meisterte Dilla 5,42 und 5,62 Meter jeweils im ersten Versuch, bei 5,72 Meter riss er ein Mal. Otto leistete sich bei 5,62 Meter zwei Fehlversuche, die Normhöhe nahm er im ersten Anlauf und sicherte sich den Sieg. Dilla hatte bereits am 27. Juli in Jockgrimm die 5,72 Meter gepackt, bei der DM war er zuvor Dritter, einen Platz vor Otto. Dessen WM-Träume sind damit letztlich an einer Sprunganlage im pfälzischen Landau geplatzt. Dort hatte er am 2. August wie Dilla 5,72 Meter übersprungen und im Stechen 5,80 Meter nachgelegt. Weil der Anlauf aber nicht regelkonform vermessen war, erkannte der Weltverband IAAF die Leistungen nicht an. Bitter zudem für Otto: Auch wenn er aktuell mit Hallen-Vizeweltmeister Malte Mohr (München) und Dilla das stärkste Trio bildet, reist statt seiner der schwächelnde Raphael Holzdeppe nach Asien. Der Zweibrücker hatte 5,72 Meter bereits Ende Juni in Bremen abgeliefert, danach aber kam wenig vom 21-Jährigen, der auch in Mannheim nur 5,52 Meter sprang.

Dilla kommt derweil als Weltranglistenneunter nach Daegu. Bis auf Europameister Renaud Lavillenie, der am 22. Juli in Monte Carlo 5,90 Meter sprang, konnte aber kein Athlet im Vorfeld der WM mit Top-Höhen glänzen. Wenn es am 27. August um den Finaleinzug und zwei Tage später um die Medaillen geht, ist Dilla also nicht chancenlos.

(NGZ)