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Die zarte Basketball-Renaissance beim TSV Norf nach gut 20 Jahren.

Das Comeback : Die zarte Basketball-Renaissance in Norf

Abteilungsleiter Daniel Kehl will den 1891 vom kanadischen Arzt James Naismith erfundenen Ballsport mit seinem Team im Neusser Süden wieder zum Blühen bringen. Der Aufstieg in die Bezirksliga gelang wegen Corona kampflos.

Daniel Kehl möchte „etwas zurückgeben: Ich habe vor 34 Jahren beim TSV Norf angefangen Basketball zu spielen und dadurch so viel Gutes erlebt und erfahren, da ist es mir jetzt ein Anliegen, davon etwas zurückgegeben.“ Bereits im vergangenen Frühjahr hat der 44-Jährige, der mit seiner Familie inzwischen wieder in Norf wohnt, mit Lars Gühlstorf, der vorher als Trainer und Spieler beim SV Rosellen aktiv war, beim TSV Norf eine Basketballabteilung gegründet. „Wir wollen wieder mitmischen und Mannschaften in allen Altersgruppen aufstellen,“ so die beiden Abteilungsleiter. Und dafür werden nun Mitstreiter gesucht.

Denn Corona bremste die ambitionierten Pläne zunächst aus. In der vergangenen Saison konnte nur eine Herrenmannschaft gestellt werden. Der Spielbetrieb wurde immer wieder verschoben, dann abgebrochen, so dass der Aufstieg in die Bezirksliga schlussendlich „ungeschlagen“ erfolgte. Das Team aus 14 Spielern zwischen 20 und 51 Jahren ist „heiß“ und freut sich auf den echten Wettkampfbetrieb: „Basketball ist ein Teamsport, da ist es total wichtig, dass man sich mit anderen Mannschaften messen kann,“ erklärt Lars Gühlstorf. Wichtig für die Umsetzung der Pläne seien nun Hallenzeiten, denn „zweimal die Woche muss man schon trainieren, um ein gutes Niveau zu erreichen und zu halten.“

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Nicht nur um Trainingszeiten, denn Basketball ist nun mal ein klassischer Hallensport, konkurriert das Führungsteam der Abteilung mit anderen Sportarten, auch um Nachwuchs wird gebuhlt. Denn: „Der Spielbetrieb geht eigentlich erst mit zehn, elf Jahren los in Deutschland. In dem Alter sind viele Kinder schon ‘vergriffen’ und haben ihren Sport bereits gefunden.“ Darum hofft Daniel Kehl nun auf Kooperationen mit den örtlichen Schulen und möchte seinen Sport in AGs im Nachmittagsbereich anbieten, um junge Sportler dafür zu begeistern.

Er selbst hat jahrelang Basketball gespielt „und das Studium damit finanziert“ – bis zur 2. Bundesliga war er in Krefeld, Dormagen und Essen als Spieler und Trainer im Einsatz. Auf seinem Trikot war immer die Nummer 7, die er inzwischen als seine Glückszahl ansieht. „Das hat sich irgendwie verselbständigt,“ sagt er schmunzelt und unterschreibt sogar seine Nachrichten damit.

„N7“ hat als Diplom-Sozialarbeiter an einer Krefelder Schule täglich Kontakt zu Kindern und Jugendlichen und ist selber Vater. Tochter Lou ist 18 Monate alt und das zweite Kind bereits unterwegs. Ihr möchte er „Papas Leidenschaft“ weitergeben. Gleichzeitig erkennt er, wie wichtig es ist, Kindern sportliche Optionen zu bieten: „Das ist besser, als das ewige Daddeln am Handy.“ Und da ist auch der Wettkampbetrieb entscheidend: „Gerade den jungen Spielen, die richtig heiß sind, müssen wir eine Perspektive aufzeigen. Sie wollen sich messen und sportliche Erfolge einfahren,“ so Lars Gühlstorf.

Motiviert ist auch Sasa Bojic, der als Jugendwart in den Vorstand der Basketballabteilung gewählt wurde. „Die Chemie im Team stimmt – mit diesen Jungs können wir noch viel erreichen.“