Lokalsport: Die Weitsprung-Hochburg

Lokalsport: Die Weitsprung-Hochburg

Ole Grammann springt im ersten Versuch zum Hallen-Titel bei der U 20-DM.

Das muss dem TSV Bayer Dormagen erst mal einer nachmachen: Nur eine Woche, nachdem Ituah Enahoro bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Silber im Weitsprung der Männer gewann, flog Ole Grammann bei den Titelkämpfen der Jugend (U 20) zu Gold. Und wie Enahoro in Dortmund trumpfte der Schüler des Sportinternats Knechtsteden in Halle an der Saale auch gleich in seinem ersten Versuch auf.

In dem flog Grammann weiter als je zuvor in seiner Leichtathletik-Karriere: 7,46 Meter bedeuteten persönliche Bestleistung für den 17-Jährigen sowohl in der Halle als auch im Freien. Die stand bisher auf 7,32 Meter - mit dieser Weite hatte er sich im Sommer vergangenen Jahres die Fahrkarte zur U18-Weltmeisterschaft im kenianischen Nairobi gesichert, wo er dann Platz neun belegte. "Nach dem ersten Versuch wusste ich, dass das für ganz vorne reichen wird", sagte Grammann, der vor dreieinhalb Jahren aus dem schleswig-holsteinischen Großhansdorf ans Sportinternat und damit zum TSV Bayer Dormagen wechselte und ebenso wie Ituah Enahoro als Zehnkämpfer unterwegs ist.

Vor einer Woche in Dortmund war er noch bei 6,95 Metern hängengeblieben, hatte den letzten Platz in der Männerkonkurrenz belegt. Am Samstag gewann er seinen ersten nationalen Titel, der ihm eine Einladung zum U20-Länderkampf am kommenden Wochenende in französischen Nantes bescherte. "Die Nominierung war das große Ziel vor diesem Wettkampf. Dass es dann auch noch der erste Platz wird, ist umso schöner", sagt Grammann. Der nach dem Satz auf 7,46 Meter "ins Risiko" ging: Zwei Versuche waren ungültig, die nächsten beiden ließ er aus. "Ich wollte Kräfte sparen, um im sechsten Versuch eventuell noch einen drauflegen zu können." Der endete zwar "nur" bei 7,26 Metern, doch sein erster Versuch bescherte ihm sieben Zentimeter Vorsprung auf Yannick Wolf (LG Stadtwerke München), der gleich zwei Mal bei 7,39 Metern landete.

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Die übrigen Dormagener schieden vorzeitig aus: Die erst 15-jährige Lilly Hoffmeister erreichte über 60 Meter Hürden immerhin den Zwischenlauf, wo sie in 8,89 Sekunden Siebte wurde. Raphael Hastenrath verpasste im Kugelstoßen mit 14,84 Meter als Neunter nur knapp den Endkampf, Paul Uthoff belegte im Speerwurf mit 51,11 Metern Rang 13.

Um sechs Sekunden an einer Medaille vorbei liefen Tanja Spill, Susan Robb und die Uerdingerin Kira von Ehren in der 3x800 Meterstaffel der Frauen, die ihre Titelträger im Rahmen der Deutschen Jugendmeisterschaften ermittelten. Das Trio der LAV Bayer belegte in 6:35,86 Minuten Rang vier hinter dem in 6:26,27 Minuten siegreichen TSV Bayer Leverkusen, der SG Schorndorf (6:28,73) und der LG Nord Berlin (6:29,54).

(NGZ)