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Korschenbroich: Die Tulpe ist reif für den Kulturbahnhof

Korschenbroich : Die Tulpe ist reif für den Kulturbahnhof

Als Spekulationsobjekt ruinierte sie Existenzen, als Mittel der Kunst und Frühlingsbotschafterin begeistert sie noch heute: Bis zum 24. März widmet sich eine Ausstellung im Korschenbroicher Museum Kulturbahnhof der Tulpe.

Drei Schülerinnen lesen Frühlingsgedichte von bunten Blättern ab, vier KiK-Künstler präsentieren ihre Tulpen-Bilder, und Katja Fragen-Hillers hat Dutzende der Liliengewächse zu einem floralen Gesamtkunstwerk arrangiert: Nina Otten, die die neue Ausstellung "Tulpen — Die Boten des Frühlings" im Museum Kulturbahnhof vorbereitet hatte, setzte zur Eröffnung am Freitagabend auf einen Dreiklang. Spannend ist allerdings auch der kulturhistorische Aspekt, unter dem die Museumsleiterin die Tulpen betrachtete, denn wer hat schon gewusst, dass die aus der Türkei und Armenien stammenden Blumen Anlass zu wilden Spekulationen waren? Eine einzige Tulpenzwiebel war im 17. Jahrhundert in den Niederlanden teurer als ein Tulpengemälde von einem renommierten Künstler.

Tulpen verkaufen sich noch heute gut — auch als Bilder. Hubertine Wingerath hatte aus ihrer Tulpenbilder-Serie gerade mal ein Exemplar übrig für die Ausstellung. Ihre weißen Papageien-Tulpen passen bestens in das helle Landhaus-Ambiente des Kulturbahnhofs. Horst Schleicher zeigt eine Art Tulpendiagramm am Beispiel der vier Jahreszeiten. Er malte diese beliebte Blume aus der Vogelperspektive. Jessica Zugehör stellt neben einem klassischen Tulpenbild in Ei-Tempera eine experimentelle Arbeit aus: Grundlage ist dabei ein Foto, das durch verschiedene Bearbeitungsschritte wie ein uralter Kellerfund wirkt. Britta Weingarten, vor anderthalb Jahren verstorben, ist mit drei Tulpenbildern von enormer Strahlkraft vertreten.

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Zu sehen sind außerdem Drucke von Tulpenbildern großer Meister wie Renoir oder Monet. Sie zeigen, wie beliebt diese Blume über Jahrhunderte hinweg als Motiv für Künstler war und ist. Katja Fragen-Hillers hat viel Kreativität in ihr Tulpen-Arrangement gesteckt. Der Betrachter sieht die unterschiedlichen Tulpenarten in den verschiedenen Stadien. Totholz und Euro-Paletten runden die Komposition ab. Die drei Schülerinnen Klara Kuchta, Nina Götzens und Elina Lehwark lasen Frühlingsgedichte vor — Gedichte, in denen deutlich wird, wie sehr die Menschen das Ende des Winters herbeisehnen.

Nina Otten machte deutlich, dass bereits im 17. Jahrhundert Existenzen durch Spekulationsgeschäfte ruiniert worden sind. In den Niederlanden gab es Handwerker, die ihre gesamten Werkzeuge gegen eine Tulpenzwiebel tauschten. Auch wenn die Tulpe als Spekulationsobjekt nicht mehr taugt: Als Frühlingsbotin ist sie, das macht die Ausstellung deutlich, immer noch unübertroffen. Wie schön, dass sie längst den Status des Elitären eingebüßt hat.

(NGZ)