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Sportpolitik: Die "Stiftung Sport" setzt weiter auf Olympia

Sportpolitik : Die "Stiftung Sport" setzt weiter auf Olympia

Trotz Einsparungen soll es wieder ein Olympiaperspektivteam geben. Eine Zusammenarbeit mit "Partnern des Sports" wird angestrebt.

Die "Stiftung Sport" muss den Gürtel enger schnallen: Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen gehen die Einnahmen aus dem 3,8 Millionen Euro umfassenden Stiftungskapital um mehr als ein Drittel oder in Zahlen ausgedrückt um über 50 000 Euro zurück.

Trotzdem will die Stiftung an der Förderung der einheimischen Spitzenathleten in bisheriger Höhe festhalten, mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro soll es auch wieder ein "Perspektivteam" geben, in das jedoch zunächst einmal nur die vier beimTSV Bayer Dormagen verbliebenen Olympiateilnehmer von London – die Säbelfechter Nicolas Limbach, Max Hartung und Benedikt Wagner sowie Schwimmer Christoph Fildebrandt – berufen wurden. "Sollten sich Ende 2013 weitere ernsthafte Olympiakandidaten aus unseren Vereinen abzeichnen, werden wir das Perspektivteam entsprechend erweitern", kündigt Jürgen Steinmetz, Sportdezernent des Rhein-Kreises und stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Sport, an.

Und das, obwohl die Finanzlage alles andere als rosig ist: Die Einnahmen aus Zinserträgen, prognostiziert Heinz Mölder, werden von derzeit 144 000 auf 93 000 Euro im Jahre 2013 sinken. "Davon sind alle Stiftungen, nicht nur die der Sparkassen, betroffen", weiß das Vorstandsmitglied der Sparkasse Neuss. Ändert sich der derzeit unter ein Prozent liegende Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht, stehen der Stiftung Sport in den nächsten zehn Jahren nur jeweils rund 100 000 Euro Erträge aus dem Stiftungsvermögen zur Verfügung. "Ohne die Zustiftung der Sparkasse im vergangenen Jahr wären es sogar noch weniger", rechnet Mölder vor. Weniger Einnahmen bedeuten aber auch weniger Ausgaben: Schüttete die Stiftung im zu Ende gehenden Jahr noch 181 679 Euro zugunsten des heimischen Sports aus – neben den Kapitalerträgen ist darin auch ein jährlicher Zuschuss des Rhein-Kreises von 40 000 Euro enthalten – werden es 2013 nur rund 150 000 Euro, in den darauffolgenden Jahren noch etwas niedrigere Summen sein. "Das geht auch nur, weil wir in den 'fetten Jahren' nicht alles ausgegeben, sondern Rücklagen gebildet haben", erläutert Stiftungs-Vorsitzender Karl Bongers, "ansonsten müssten wir den Rotstift noch stärker ansetzen."

Der wird vor allem die bisher 15 geförderten Projektmaßnahmen treffen, die mit zum Teil deutlich geringeren Zuschüssen planen müssen. Wobei Steinmetz die Hoffnung hegt, dass Härtefälle möglicherweise durch eine sich anbahnende neue Zusammenarbeit aufgefangen werden können. Zumindest trafen sich Vertreter des Stiftungsvorstands und der "Partner des Sports", einem Sponsoringzusammenschluss von mehr als einem Dutzend vornehmlich in Neuss beheimateter Unternehmen, jetzt zu einem ersten Gedankenaustausch. "Auch wenn wir bislang vornehmlich Projekte und Vereine in Neuss fördern, sind Stadtgrenzen für uns kein Hinderungsgrund," sagt deren Sprecher Christoph Buchbender. Das Vorstandsmitglied der RheinLand-Versicherungen verweist dabei auf die seit zwei Jahren laufende Förderung von Nicolas Limbach durch die "Partner des Sports". Er ist überzeugt, "dass wir noch weitere Unternehmen für die Sache gewinnen können. Allerdings stoßen wir da mittlerweile rein organisatorisch an unsere Grenzen."

Nun wird gemeinsam überlegt, wie vorhandene Ressourcen gebündelt und neue Finanzquellen erschlossen werden können. Denn die Messlatte liegt hoch: "Wenn wir die Zahl von fünf Olympiateilnehmern wieder erreichen wollen, müssen wir uns anstrengen", sagt Steinmetz. Schließlich dürften der EZB die Probleme des heimischen Sports herzlich egal sein.

(NGZ)